Alles wird nur für die Autos geplant. Es ist schön, dass sich eine Fraktion um Bäume kümmert, die gefällt werden sollen, aber keiner für die Anliegen der Anrainer eintritt, die jahrein, jahraus unter dem Lärm und der verschmutzten Luft leiden müssen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Juni 2019 (09:03)

Es macht nur Sorgen, dass der Autoverkehr eingeschränkt wird – aber wäre es nicht eine Chance, ein Stück unserer Stadt, zumindest für einige Zeit, zu erleben, in der nicht Autos den Vorrang haben?

Krems ist eine der Städte, in der es fast keinen öffentlichen Platz gibt, der nicht Parkplatz ist. Könnten diese nicht Plätze für Menschen werden, auf denen sie im Schatten von Bäumen sitzen und wo Brunnen frische Kühle bringen? Wie wäre es, die Zufahrt zum Hohen Markt für Autos zu sperren, damit Kinder gefahrlos zu Fuß in die Schule gehen können? Wann wird es endlich möglich sein, auf einem durchgehenden Radweg von der Mitterau ins Zentrum zu kommen? Warum wird das in Krems existierende E-Carsharing von der Stadt mit keinem Cent gefördert und auf der Website der Stadt totgeschwiegen, obwohl durch dessen Mitglieder ca. 70 Autos eingespart werden? Wann wird es innerstädtische Busse geben, deren Intervalle kürzer sind als die Zeit, die man braucht, um dieselbe Strecke zu Fuß zu gehen?

Die Politik steht unter Druck, weil jene am lautesten schreien, die sich keine Alternative zum fossil betriebenen Individualverkehr vorstellen können. Hören wir auf die vielen jungen Menschen, die einen Klimawandel fordern! Und sind auch wir laut, wenn es darum geht, die Stadt wieder zu einer Stadt zu machen, deren Plätze und Straßen uns gehören und nicht stinkenden Blechkisten.

Dr. Maria Mayer-Schwingenschlögl, Krems

Zur Debatte über Baumschlägerungen im Zuge der Sanierung der Ringstraße bzw. des Kanals unter derselben