„Busse werden nicht so gut angenommen“. "Nach dem großen Erfolg der Bahnstrecken Obersdorf/Gänserndorf - Groß Schweinbarth in den 1990ern wurde das Angebot sukzessive verschlechtert: Anschlüsse in Obersdorf wurden verwässert, es erfolgten keine Streckensanierungen, was Langsamfahrstellen notwendig machte, nach wie vor im Einsatz sind über 30 Jahre alte Dieseltriebwagen."

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. April 2019 (11:17)

"Anstatt nun diese Missstände zu beseitigen, wird auf Busse umgestellt. Nur ist es so, dass Busse wesentlich geringer in Anspruch genommen werden, als vorher die Bahn. Daran werden auch Elektrobusse nichts ändern. Bestes Beispiel ist der Schienenersatzverkehr auf der S 2 wegen Bauarbeiten - jedes Mal muss das Busangebot wegen geringer Inanspruchnahme zurückgefahren werden. Dazu kommt noch, dass sich der Speckgürtel rund um Wien allmählich auch Richtung Weinviertel ausdehnt. Anstatt in diesem wachsenden Ballungsraum mit einem modernen Bahnangebot abseits der Hauptstrecken eine Alternative zum Auto anzubieten, setzt man wieder auf die Straße.

Ähnlich ist die Problematik im Raum Korneuburg - hier gibt es jahrelange erfolglose Bemühungen um die Reaktivierung der Bahnstrecke nach Ernstbrunn, die ebenfalls wachsende Ortschaften erschließen könnte. Stattdessen wird der Ausbau der Straße kommen. Parkhaus und P&R-Anlage beim Bahnhof sind trotz Ausbaus bereits wieder zu klein."

Zum Artikel „Endstation: Aus für Bahn“ über das baldige Ende der Schweinbarther Linie in Ausgabe 14/2019

Karl Zellhofer, Leobendorf, Autor des Buches „Verschwundene Eisenbahnen im Weinviertel“