„Das ist Ausgrenzung ohne Substanz!“. Leserbrief zur Berichterstattung über Probleme auf der Nordwestbahnstrecke und den anhaltenden Ruf nach einem zweiten Gleis.

Erstellt am 11. Dezember 2018 (11:28)

Es wäre an der Zeit, dem VP-Bezirksmandatar Hogl einmal vorzuhalten, was er bei unterschiedlichsten Anlässen zu ein und dem selben Thema von sich gibt. Der Mann ist überfordert, vergesslich und auf sehr primitive Weise nur an politischer Agitation interessiert.

Noch im Oktober wollte er sich in einer Landtagssitzung an die Aktion der SPÖ mit dem symbolischen zweiten Gleis erinnern, ohne die Initiatorin auch zu nennen. Jetzt sagt er, die SPÖ Hollabrunn hätte sich nie um eine Attraktivierung der Nordwestbahn gekümmert. Die Einladung zum Fahrplandialog wäre deshalb völlig unnötig gewesen. Das ist Ausgrenzung ohne Substanz!

In selbiger Landtagssitzung erwähnt Hogl den Ausbau der S33 bis zur tschechischen Grenzen, um im gleichen Satz die Nachbarn im Norden respektlos herabzuwürdigen, indem er die Straßenverbindung bis Iglau als besseren Feldweg bezeichnet. Das ist schlicht eine bodenlose Frechheit, die diplomatische Verstimmungen auslösen könnte. Man muss hier festhalten, Hogl dürfte nicht nur selten in Tschechien sein, sondern sein Verhalten und seine Aussagen lassen auf Solidarität mit jenen schließen, die stolz sind, noch nie „drüben“ gewesen zu sein.

Seinem Gedächtnis ist auch in jenem Punkt auf die Sprünge zu helfen, wo er eine Lücke betreffend Beteiligung der ÖVP an den Regierungen der letzten zwölf Jahre erkennen lässt. Es ist schon richtig, dass das Infrastrukturministerium in dieser Zeit in roter Hand war, allerdings war der alles entscheidende Säckelwart der Republik stets ein Schwarzer. Dem war das bäuerliche Nachthemd eindeutig näher als der Rock von Bahnpendlern. Die SPÖ-Minister waren eben bei vielen Ideen und Plänen auf das Wohlwollen des Finanzministers angewiesen. Das kann auch Richard Hogl nicht wegleugnen oder ausblenden.

Den Pendlerinnen, Pendlern und allen anderen Bahnreisenden auf der Nordwestbahn hilft dieses ewig gleiche parteipolitische Hick-Hack nicht weiter. Hogl hat in dieser Angelegenheit weder Kompetenz noch Fingerspitzengefühl, eine nachhaltige Lösung für die Betroffenen zu schaffen. Politisch stammt er aus einer Zeit, wo es genügt hat, mitzulaufen und im richtigen Moment politische Gegner zu attackieren oder aus Gruppenfotos bei öffentlichen Veranstaltungen zu drängen. Heute sind die Dinge komplex und mit viel Einfühlungsvermögen interessenübergreifend zu lösen.

Dafür benötigen die Beteiligten soziale Intelligenz.

Mit besten Grüßen von

Walter Naderer

Anwendungstechnologe & Projektentwickler
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