Der Wolf ist kein „Übeltäter“. Der Wolf ist ein „Übeltäter“, wenn er ein Reh reißt? Man muss das Wild vor dem Wolf schützen? Das Vieh ja – und da hinkt Österreich betreffend Wolfsmanagement als Schlusslicht meilenweit hinter den Nachbarn Schweiz und Deutschland hinterher.

Erstellt am 25. Februar 2019 (14:43)

Alle Bemühungen vonseiten des NÖ Tierschutzverbandes, sich konstruktiv einzubringen, wurden bisher vom Land abgeschmettert.

Doch der Wolf kann per se kein „Übeltäter“ sein, nur weil er überleben will. Er ist kein Vegetarier, er muss jagen. Sind menschliche Jäger Übeltäter, wenn sie Rehwild dezimieren, sprich: töten? Dazu fällt mir ein, dass ich mich vor der Rückkehr der Wölfe unzählige Male belehren ließ, wie notwendig Bejagung sei, um das überreichlich vorhandene Rehwild in Schach zu halten, weil es ja keine natürlichen Feinde fürchten muss. Nun ist der Wolf zurück, und ich höre dieses Argument plötzlich nicht mehr. „Wer schützt das Wild vor dem Wolf?“, erbost sich ein Jagdleiter. Dabei werden auch in seinem Revier die Rehe wohl kaum bis an ihr natürliches Ende gehätschelt und schließlich an Altersschwäche sterben …

Wir haben in NÖ keine präzisen Zahlen, wie viele Wölfe ansässig sind bzw. durchziehen. Sie zeigen sich entgegen gezielter Panikmache diverser Lobbys dem Menschen gegenüber äußerst scheu. Kein Tier auf diesem Planeten ist hingegen so sehr bemüht, diesen nachhaltig für seine Nachkommen und jedes andere Lebewesen zu zerstören wie die Spezies Mensch. Ich würde mich jederzeit mit Zelt und Schlafsack in heimischen Wäldern zur Nachtruhe begeben, gerne auch mit Rotkäppchen-Mütze. Ich ängstige mich hingegen vor gewaltbereiten Mitmenschen oder solchen, die durch Angstmacherei und falsche Propaganda gnadenlos gegen den Wolf hetzen.

Andrea Specht, Krems, Präsidentin des NÖ Tierschutzverbandes
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