Eine Lanze für die Jägerschaft brechen. Bei einem derart sensiblen Thema, wie der Jagd in Verbindung mit der Landwirtschaft, ist in unserer Region vermutlich ein etwas anderer Blickwinkel gefordert, als nur der auf das „herzige Rehwild“.

Erstellt am 11. Juni 2019 (15:58)

Durch verschiedene Faktoren hat sich in den vergangenen Jahren die Population beim Rotwild stark nach oben entwickelt und die Winzer sind froh, dass es nach wie vor engagierte Jäger im Bezirk Krems gibt. Außerdem sind Jagd und Landwirtschaft schon immer untrennbar miteinander verbunden. Die Jägerschaft reagiert auf Wildschäden und fühlt sich als Ansprechpartner der Bauern. Ohne entsprechend nachhaltiger Bejagung geht es in unserer heutigen Kulturlandschaft nicht mehr. Dafür stellt der Verzicht auf Wein sicherlich keine brauchbare Alternative dar.

Das Hauptaugenmerk der Winzer liegt nicht darauf, Jahr für Jahr um Erträge zu zittern, sondern einen Großteil jener Maßnahmen zu verantworten, die die wunderbare Kulturlandschaft gestalten. Jeder, der in seiner Existenz nicht von Witterung und anderen natürlichen Faktoren abhängig ist, möge entsprechendes Verständnis aufbringen und nicht polarisieren.

Christian Nastl, Obmann des Weinbauvereins Langenlois

Zum Spaziergänger-Beitrag „Wein-Verzicht wegen Liebe zu Rehen“ (Kremser NÖN, 22/2019, Seite 8).