Es geht hier um Verantwortung. In aktuellen Pressemeldungen sind mir Politikeraussagen zum Impfstoff von Astra Zeneca mit der Aussage „Vorsicht geboten“ aufgefallen.

Erstellt am 02. Februar 2021 (09:09)

In aktuellen Pressemeldungen sind mir Politikeraussagen zum Impfstoff von Astra Zeneca mit der Aussage „Vorsicht geboten“ aufgefallen und dass Menschen über 80 Jahre nur mit den anderen zur Verfügung gestellten Impfstoffen geimpft werden sollen.

Diese Bemerkung ist meiner Ansicht völlig unangebracht. Nachdem allgemein bekannt ist, dass erstens bei Astra Zeneca die Probandengruppe über 60 Jahre sehr gering aufscheint und die Wirksamkeit des Impfstoffes bei zirka 62 Prozent liegt, halte ich eine derartige Einschätzung als fatal und fahrlässig.

Ich erwarte mir von den Politikern ein eindeutiges Statement, das sich an der aktuellen Empfehlung der deutschen Handhabung orientiert, und die Vorsichtsregel daher bei der Grenze von 65 Jahre wirksam wird.

Wir alle waren uns bisher bewusst, dass die „Risikogruppe“ um 65 Jahre aufwärts beginnt, das heißt die Lebenserwartung bei Auftritt der Viruserkrankung ist deutlich eingeschränkt und daher sind strikte Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

Die „Risikogruppe“ mit einem Impfstoff mit Wirkung von 62 Prozent zu impfen, ist wohl sinnlos und vor allem nicht verantwortungsbewusst. Daher halte ich die geäußerte Einschränkung „über 80 Jahren“ auf keinen Fall für ausreichend. Es ist wohl klar, dass die Risikogruppe weiterhin sinnvoll geschützt werden soll und daher die bisher aktuellen Impfstoffe (Pfizer, Moderna) zur Anwendung kommen.

Unbedingt festhalten möchte ich, dass es hier nicht um „Privilegien“ oder „Vordrängeln“ geht, sondern um Verantwortung. Es wird wohl im Inter esse aller Altersgruppen liegen, wenn die Eindämmung der Viruserkrankung gelingt.

Johann Schragl, Obmann des Seniorenbundes Scheibbs

Die in der NÖN abgedruckten Leserbriefe spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.