Kopie von „Keine Chance, weil Internet zu langsam“. Vergangenen Mittwoch um Punkt 10 Uhr wurden die ersten knapp 10.000 Impftermine zur Onlinebuchung freigeschaltet.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 16. Februar 2021 (12:32)

Ich habe heute eine gute Stunde versucht, meine über 80-jährige Mutter zur Impfung anzumelden. Warum war das System nicht gesperrt, wenn man schon nach 18 Minuten keine Chance mehr hatte? Meine Kollegen waren so nett, mir die Zeit zu geben, weil es um die Impfung ging, aber wer kann das schon während des Dienstes erledigen? Soll ich mir jetzt die nächsten Mittwoche freinehmen? Außerdem finde ich es eigenartig, dass es Personen gibt, die via Leserbrief behaupten, das Chaos hätte es nicht gegeben, nur weil sie Glück hatten, einen Termin zu bekommen.
Ich habe beharrlich über eine Stunde jeden vorgeschlagenen Arzt NÖ-weit angenommen, doch dann hieß es jedes Mal: null Plätze frei. Optimal ist leider anders ...

Michaela Kronberger, Niederhollabrunn

Meine 91-jährige Mutter hat aufgrund technischer Mängel bei der Online-Terminvergabe immer noch keinen Impftermin, aber der Herr Schnabl ist schon geimpft. Dafür gibt es nur ein Wort: Skandal!

Andrea Hauptmann, Senning

Ich habe eine Minute nach 10 Uhr meine Impfanmeldung begonnen. Da mein Internet offensichtlich etwas zu langsam ist, hatte ich KEINE Chance. Das heißt, es wurde offensichtlich vor 10 Uhr freigeschaltet und es geht auch nicht mehr um Alter oder Risikogruppen, sondern einzig um first come first serve. Ich finde es schrecklich, dass es in NÖ gar nicht mehr um Gesundheit geht, sondern um einen Wettlauf je nach Schnelligkeit des Internets. Davon hängt jetzt Leben oder Tod ab. Traurig! Aber das ist natürlich einfacher, als nach bestimmten Kriterien vorzugehen!

Brigitte Pisa, Königsbrunn

Das Chaos bei der Covid-19-Impfung hat nicht allein mit der Knappheit an Impfstoffen zu tun, sondern das ist massives organisatorisches Versagen.

Warum teilt man nicht jedem über 80-Jährigen und den Menschen mit Trisomie21 logistisch gut durchdachte und konzipierte Impftermine zu? JEDER Impfwillige wird sich die Zeit nehmen (und es sich einteilen können), zu einem festgesetzten Termin zu erscheinen.
Das gilt selbstverständlich für alle über 65, die ohne Rückfrage zum Impfen eingeteilt werden sollten. Und es wäre wesentlich gerechter als das aktuelle first come first serve-Prinzip. Laut dem Folder „NÖ in Zahlen“ lebten 2020 in NÖ 97.689 Menschen über 80. Braucht man jetzt zehn Wochen, bis alle aus dieser Altersgruppe gerade einmal eine Impfdosis haben, oder erstreckt sich die Frist auf 20 Wochen, weil die zweite Dosis für die bereits Geimpften zurückbehalten wird? Warum ist die Rückmeldung zur Vorregistrierung anonym – ohne Angabe von Namen oder Sozialversicherungsnummer oder Registrierungsnummer? Solche Dinge kann jeder HTL-Schüler programmieren.
Nie wieder möchte ich von einem unserer Politiker abwertende Bemerkungen über Balkanstaaten, Griechenland etc. hören! Solange man selbst organisatorisch – mit einem Dreivierteljahr Vorlaufzeit für eine hinreichende Projektplanung – so schlecht aufgestellt ist, soll man sich ins stille Winkerl stellen und seinen Mund halten.

Andrea Schuh, Bezirk Hollabrunn