Schillerstraße braucht Schutzzone. Zum Bericht „Anrainer proben Aufstand“ (Kremser NÖN 4/2020, S. 7):

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 27. Januar 2020 (13:54)
Die Schillerstraße – hier das Ensemble der Häuser aus der Gründerzeit auf einer Aufnahme aus dem frühen 20. Jahrhundert – braucht nach Meinung vieler Kremser bestmöglichen Schutz.
Foto: Archiv Ernst Kalt

Die Stellungnahme von Baudirektor Weitzer ist sehr „formalistisch“, und er verschweigt darin einen wesentlichen Punkt. Bei der Erlassung von Bebauungsplänen (dafür ist die Gemeinde zuständig!) ist es nach der entsprechenden Bestimmung des NÖ Raumordnungsgesetzes möglich, dass „für einen baukünstlerisch oder historisch erhaltungswürdigen Baubestand“ oder „für sonstige erhaltungswürdige Altortgebiete“ Schutzzonen festgelegt werden.

Aus meiner Sicht wäre es gerade für die Baudirektion eine Kernaufgabe, durch derartige Schutzzonen das historisch wertvolle Stadt- und Ortsbild von Krems zu erhalten und zu schützen. Die Schillerstraße mit den aus der „Gründerzeit“ stammenden Wohnhäusern (mit geschlossener, harmonischer Fassade und sehr schönen und lebenswerten Innengärten) ist geradezu ein Vorbild für eine gelungene städtische Verbauung, bei der man schon damals (also schon lange vor der Diskussion über den Klimawandel!) an ausreichend große Grünflächen und innerstädtische Biotope gedacht hat.

Ich halte es für ein gravierendes Versäumnis, dass für die Schillerstraße nicht schon längst eine solche entsprechende Schutzzone festgelegt wurde – dies umso mehr, als sich die Schillerstraße in der sogenannten „Kernzone“ des Weltkulturerbes Wachau befindet.

Übrigens: Baudirektor Reinhard Weitzer ist auch „Weltkulturerbe-Beauftragter“ der Stadtgemeinde Krems! Weitere „Kommentare“ erspare ich mir.

Dr. Christoph Brenner, Krems