Statt mehr Straßen, smarte Lösungen. Replik auf den Leserbrief von Leopold Ganser „Spreche nicht den Rasern das Wort“ in der Ybbstaler NÖN Nummer 12/2021

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. April 2021 (04:49)

Sehr geehrter Herr Ganser!

Beim Klimaschutz brauchen wir von allen Verantwortlichen und von uns selbst großes Wollen und Entschiedenheit, um auf den Pfad des Pariser 1,5-Grad-Zieles zu kommen. Die Fortschreibung bisheriger Logiken, vor allem im Verkehrswesen, konterkariert das Erreichen dieses Pfades in direkter Weise. Ich frage Sie: Warum soll die Erreichbarkeit des Wirtschaftsparks Kematen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur geringfügig möglich sein?

Kann man das nicht mit Entschiedenheit planen? In den Wirtschaftsbetrieben gibt es viele kreative Köpfe, dazu umweltbewusste Bürgermeister, innovative Leute beim VOR, in den ÖBB und in der NÖ Landesregierung – wenn sich die alle zusammentun, optimale Strukturen und Anreize schaffen, dann kommt die Verkehrswende in Gang, davon bin ich zutiefst überzeugt.

Vom Ort und vom Bahnhof Kematen, auch von Ulmerfeld-Hausmening, ist die Fahrt zum Wirtschaftspark mit dem (E)-Fahrrad eine attraktive Option. Es handelt sich um ebenes Gelände und es ist ein Radhighway in Planung! Ich fahre selbst ganzjährig meine Strecken zur Arbeit mit dem Rad. Es geht und es trägt sogar zu meiner Lebensfreude bei. Schlaue Busabholsysteme von den Bahnhöfen werden den Umstieg vieler natürlich zusätzlich erleichtern.

Wenn wir es schaffen, zumindest den privaten Verkehr zwischen Waidhofen und Amstetten auf Schiene, Bus und Rad zu verlagern, dann werden Straßenkapazitäten für den Betriebsverkehr frei.

All das und vieles mehr muss mit Klugheit durchdacht und angegangen werden, damit nicht aufs Neue vitaler Boden, Vegetation und Biodiversität vernichtet werden, die längst zum allerwertvollsten Zukunfts-Allmende-Gut geworden sind.

Hermann Wagner, Waidhofen

Die in der NÖN abgedruckten Leserbriefe spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.