Verkehrspolitische Problematik im Waldviertel. Die Ankündigung von LR Schleritzko, den „Vindobona“ teilweise auf die Franz-Josefs-Bahn zurückzuholen - der NÖN Nr. 13 war das den Aufmacher auf Seite 1 wert -, offenbart die ganze Problematik, an der das obere Waldviertel verkehrspolitisch laboriert.

Erstellt am 06. April 2021 (15:27)

1. Die Tatsache der Ankündigung selbst ist ein immer wiederkehrendes Übel.  Was alles haben wir betreffend FJ-Bahn schon angekündigt bekommen und was ist eingetreten? Eine mehr als traurige Bilanz!

2. Was hier aber angekündigt wird, ist eine Einzelaktion, die vermeintlich populär ist. Kein Gesamtplan, kein Konzept, geschweige denn eine große Entwicklungsoffensive, die das obere Waldviertel dringend bräuchte!

3. Der verkehrspolitische Stillstand ist zudem Resultat einer auf den eigenen Vorteil bedachten Art der politischen Auseinandersetzung. Findig hat LR Schleritzko einen Ansatz gewählt,  der das Land NÖ nichts kostet und bei dem die Zeche der Bund zahlen soll, wie das bei internationalen Zügen die Regel ist. Politisches Hick-hack ist da vorprogrammiert und wohl Teil des Planes, bei dem die Schuld für ein allfälliges Scheitern jemand anderem (hier dem Bund oder den Tschechen) zugeschoben werden kann,  ein Erfolg hingegen groß auf die eigen Fahnen geheftet wird. Eine klassische win-win-win-Situation  für LR Schleritzko. Verlierer ist dabei das obere Waldviertel, dem mit der Nebelgranate Vindobona verschleiert werden soll, dass zwischen Horn und Gmünd nichts Nennenswertes investiert wird. Nicht einmal die bereits 2016 angekündigte Begradigung des Allentsteiger Knies wird angedacht, geschweige denn ein von verschiedenen Seiten her zu Recht geforderter 2-gleisigenr Ausbau bis Gmünd, eingebettet in ein Verkehrskonzept Oberes W/4, das klima-fit und zukunftstauglich ist. Umsetzen müssen solches Politiker*innen, die für unsere Region arbeiten und nicht vorrangig für die eigene PR.

Manfred Stattler, Grünen-Sprecher im Bezirk Gmünd

Leserbrief zum Artikel "Vinodobona vor Rückkehr auf die Franz-Josefs-Bahn"