Wölfe haben eine lautstarke Lobby. Zu den Berichten über (vermeintliche) Wolfs-Sichtungen in Gföhl.

Erstellt am 11. April 2019 (13:17)
Shutterstock/Karel Bartik
Das Thema Wolf polarisiert nach wie vor extrem. Leser Franz Steindl bekrittelt, dass die Tiere eine starke Lobby haben und Ängste und Sorgen oft unter den Teppich gekehrt werden.

Zum Auftreten der angeblichen Wölfe im Gföhler Stadtgebiet: Vergleicht man das Foto der angeblichen Wölfe mit dem der Hunde der Familie Hofbauer, sieht man eindeutig, dass der erste keineswegs der eindeutig grau gefärbte Hund der Hofbauers sein kann.

Das erste Tier ist nämlich eindeutig zweifärbig. Daher schließe ich mich vollinhaltlich der Meinung des in Ihrem Artikel zitierten Jagdaufsehers „Gerhard A.“ an. Dass der Wolfbeauftragte es in Abrede stellt, dass es sich um Wölfe handeln könnte, ist nicht überraschend. Werden doch Wolf ris se bis zum eindeutigen DNA-Nachweis auch vorderhand wildernden Hunden zugeordnet, um die Bevölkerung zu beruhigen.

Gleichzeitig werden, vorwiegend im städtischen Bereich, Vorträge der Wolfsbefürworter gehalten, um die urbane, angeblich gebildetere Bevölkerung pro Wolf einzustimmen. Die mit den Wolf ris sen konfrontierten Landwirte (siehe auch der von Ihnen angeführte Franz Grill) sowie die ländliche Bevölkerung werden als eher überängstlich dargestellt.

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist es einer lautstarken Lobby von selbst ernannten Natur- und Tierschützern in der EU, speziell in Deutschland und Österreich, gelungen, alle Raubtiere, verharmlosend „Beutegreifer“ genannt, unter Schutz zu stellen. Geschützt sind Adler, Habicht, Rabe, Krähe, Elstern, Luchs, Wolf, … Nicht schützenswert sind hingegen diesen zur Beute werdende Hasen, Rehe, Schafe, Kälber, Rebhühner, Fasane und alle Schädlinge vertilgenden Singvögel. Auch Kormorane und Fischotter sind schützenswert, nicht schützenswert hingegen ist deren Beute, die seltenen Bachforellen.

Die Jägerschaft, die Fischer und Fischzüchter reagieren äußerst schaumgebremst, aus Angst um Jagd- bzw. Fischerkarte und aus Angst vor ihren Vertretern, die – politisch und medial unter Druck gesetzt – sich ebenfalls nur sehr vorsichtig zu Wort melden. Spricht man mit den Fischern und Jägern unter vier Augen, trauen sich diese hingegen ganz anders zu reden!

Es wäre dringend an der Zeit, dass Jäger, Fischer und Fischzüchter sich einig, eingedenk des legendären Ausrufes Andreas Hofers („Mander! ’s ischt Zeit!“) lautstark zur Wehr setzen.

Franz Steindl, Gföhl

Zu den Berichten über (vermeintliche) Wolfs-Sichtungen in Gföhl.