Wolf bleibt ein Raubtier. Zu den Wolfssichtungen und Wolfsriss-Verdachtsfällen erreichte die NÖN folgender Leserbrief:

Erstellt am 07. März 2019 (15:03)

Für einen Historiker erscheint es grotesk, wenn „Experten“ der Waldviertler Bevölkerung aufschwatzen wollen, sie müsse den Umgang mit dem Raubtier Wolf lernen.

Die Österreichische Nationalbibliothek bietet mit „anno“ einen großen Schatz an digitalisierten Zeitungen und Zeitschriften, und man findet über 300.000 Mal den Hinweis auf den Wolf.

Neben vielen Berichten über die Tötung von Nutztieren und Menschen sind auch die Erfahrungen im Umgang mit dem Raubtier Wolf nachlesbar: So waren im großen Königreich Spanien 1788 alljährlich zweimal an festgesetzten Tagen in sämtlichen Revieren Treibjagden auf den Wolf vorgeschrieben, um eine wirtschaftlich sinnvolle Schafhaltung zu ermöglichen.

Die Wiener Zeitung berichtet 1807, dass innerhalb von 14 Monaten in den 28 Forst-Konservationen der Monarchie 612 Wölfe, 185 Wölfinnen und 516 junge Wölfe, „zusammen 1313 dieser schädlichen Tiere“ getötet worden waren. Und in Frankreich brachte man Gift auf die getöteten Wölfe auf, weil tote Wölfe nur von ihren Artgenossen gefressen werden.

Vor einigen Jahren war von zwei „eingewanderten“ (passiv!) Wölfen die Rede, heuer sind es bereits vier Rudel. Wenn man mit den Wölfen kein „Arrangement“ treffen kann, dass sie zu Vegetariern werden, wird es bald gewaltige Konflikte, womöglich aber auch menschliche Tragödien geben.

Werner Neuwirth, Thaya