Lilienfelder AK sicherte Arbeitnehmern 700.000 Euro. Die Corona-Pandemie sorgte für die meisten Probleme am Arbeitsplatz.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 10. September 2021 (05:37)
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AK-Bezirksstellenleiter Burkhard Eberl (r.) und Kammerrat Josef Indra präsentierten die Halbjahresbilanz 2021.
Zauner

„Rund 3.000 Menschen haben im ersten Halbjahr 2021 mit uns Kontakt aufgenommen“, rechnet Burkhard Eberl, Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer (AK), vor.

Unter den Hilfesuchenden befanden sich auch Beschäftigte eines Gastgewerbebetriebes im Bezirk, die aufgrund der Pandemie in Kurzarbeit geschickt wurden.

Mit 85 Prozent Ersatzleistung im Vergleich zum bisherigen Einkommen waren die Mitarbeiter sehr zufrieden, da bei einem Arbeitsplatzverlust das Arbeitslosengeld wesentlich niedriger gewesen wäre. „Als jedoch der zum Teil durch den Gastwirt angeordnete Urlaub in gleicher Weise abgegolten wurde, war die Unzufriedenheit groß. Zumal einige Fachkräfte lukrative Jobangebote von anderen Firmen aus Loyalität abgeschlagen hatten“, weiß Eberl.

Nachdem sich die Mitarbeiter die Differenz zum tatsächlich zustehenden Urlaubsentgeltes von der AK Lilienfeld ausrechnen ließen und auch die gesetzlichen Grundlagen für die Zahlung des vollen Urlaubsentgelt vorlegten, bezahlte der Arbeitgeber für sieben Mitarbeiter 6.173 Euro nach.

Kaum ein Themenkomplex habe heuer so sehr für Probleme am Arbeitsplatz gesorgt, wie die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen, weiß Eberl. Unklare Lohnabrechnungen und Kündigungen während der Kurzarbeit, Chefs, die auf einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses drängen, oder nicht eingehaltene Wiedereinstellungszusagen nennt der AK-Chef exemplarisch.

„Es ging meist um rasche Infos zu Kurzarbeit, Auflösung des Dienstverhältnisses, Quarantänebestimmungen, Freistellung wegen Kinderbetreuung, Homeoffice, Corona-Risikogruppenverordnung usw.“, präzisiert Eberl.

Mitunter musste die AK Lilienfeld mit dem Gang zum Arbeits- und Sozialgericht drohen, um die Ansprüche der Mitglieder durchzusetzen. Insgesamt hat die AK-Bezirksstelle im ersten Halbjahr fast 700.000 Euro für die Arbeitnehmer gesichert.