Quarantäne ignoriert: Ausflug kam Traisner teuer. 960 Euro Geldstrafe und neun Monate bedingte Haft kassierte 20-jähriger Traisner fürs Brechen des Ausgangsverbots.

Von Bernhard Herzberger. Erstellt am 02. Januar 2021 (05:51)
Symbolbild
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„Es war eine dumme Aktion, es tut mir leid“, zeigte sich der junge Mann bei seiner Vorladung am Landesgericht St. Pölten geständig. Obwohl der Beschäftigungslose zwei Tage zuvor wegen Symptomen auf Covid-19 getestet worden war, hielt er sich am 17. September nicht an die häusliche Quarantäne.

„Aufgrund ihrer Vorstrafe stehen sie mit einem Fuß im Gefängnis.“ Richter im Prozess

Mit einem Freund, der nichts vom Krankheitsverdacht gewusst hatte, war er Mittagessen holen. Im Auto hätten beide eine Maske aufgehabt und er sei auch im Fahrzeug geblieben, als sein Freund vom Wirt das Schnitzel holen ging, beteuerte der Angeklagte. „Wussten sie zu diesem Zeitpunkt schon etwas vom Testergebnis?“, fragte der Staatsanwalt. „Nein, ich habe erst nachher den Anruf bekommen“, beteuerte der Traisner. Das Ergebnis: Corona-positiv.

„Warum mussten sie dann mitfahren? Durch Leute wie sie werden wir das Virus nie in den Griff kriegen“, tadelte ihn der Richter und meinte, der Angeklagte könne von Glück reden, dass er seinen Freund nicht angesteckt habe. Dennoch: Aufgrund seiner Vorstrafe stünde er mit dieser Aktion mit einem Fuß im Gefängnis. - „Bitte nicht. Das würde mein Leben zerstören“, sagte der reumütige Quarantäne-Brecher, der demnächst einen Job in Aussicht hat.

Der Richter ließ Nachsicht walten, verzichtete auf eine unbedingte Gefängnisstrafe. Das Urteil: 960 Euro Geldstrafe und neun Monate bedingte Haft für die vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Mit den drei Monaten Vorstrafe macht das 12 Monate auf Bewährung, mahnte ihn der Richter abschließend, sich in den kommenden fünf Jahren Probezeit nichts zuschulden kommen zu lassen.