9.990 Euro sind futsch. Internetbetrug II / Bankbedienstete am Telefon war Betrügerin. Echter Bankberater warnte Kunden, doch Teil des Geldes war überwiesen. IT-Ermittler mahnen zu mehr Vorsicht im Netz.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 18. März 2014 (23:59)
Von Gila Wohlmann

BEZIRK LILIENFELD / Die IT-Kriminellen kennen keine Grenzen und machen auch vor Internet-Usern im Bezirk Lilienfeld nicht Halt.

Vor wenigen Tagen erhielt ein Mann ein Mail – angeblich von seiner Sparkasse. Darin wurde er aufgefordert, seine persönlichen Daten und seine Bankverbindung bekannt zu geben. Dies tat er dann auch, da er gewohnt war, Mails von seiner Bank zu erhalten. In diesem Fall war dieses jedoch ein fataler Fehler, wie sich später herausstellte. Tags darauf wurde er von einer Dame angerufen, die ihm seinen Bankberater nannte und sagte, dass seine Bank nun einen mobilen TAN auf sein Handy per SMS senden werde und er diesen der Dame nennen müsse, um seine Daten zu verifizieren. Dies passierte zweimal.

Überweisung nach England konnte nicht mehr storniert werden

Zwei Tage später die unliebsame Überraschung: Der Mann wurde von seinem wirklichen Bankberater kontaktiert, der ihm mitteilte, dass die erste Überweisung nach Italien storniert worden sei, da dieses Konto von der Bank als Phishing-Konto eingestuft worden sei.

Eine zweite Überweisung in der Höhe von 9.990,99 Euro war aber bereits nach England erfolgt. Fazit: Das Geld ist weg!

Phishing-Mails mehren sich

Die IT-Ermittler der Polizei des Bezirks, Josef Wagner und Thomas Haider, warnen daher: „Phishing-Mails wie diese mehren sich in letzter Zeit und machen vor keinem Halt. Nie ohne persönliche Rücksprache mit dem wirklichen Bankberater der eigenen Bank irgendwelche persönlichen Daten und Codes weitergeben. Denn ist einmal überwiesen, ist das Geld unwiederbringlich verloren.“ Und: „Die Täter sitzen zumeist im Ausland. Um Rückschlüsse auf den Absender zu bekommen, benötigen wir das Originalmail direkt am PC, um die IP-Adresse sichern zu können. Bitte daher nicht löschen.“

Wer selbst Opfer eines solchen Betrugs wurde, soll sich nicht – aus Scham über den Fehler – scheuen, dies der Polizei zu melden, bittet die Exekutive. Ansprechpartner zu IT-Delikten sind Josef Wagner, Polizei St. Aegyd, 059133/3125, oder Thomas Haider, Polizei Traisen, 059133/3127.