Hohenberg kämpft weiter: Familie soll bleiben. Gesamter Gemeinderat und Privatpersonen stemmen sich mit aller Kraft gegen die Ausweisung der Tavsultanovs.

Von Markus Zauner. Erstellt am 03. September 2019 (04:37)
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Gemeinderat Heinrich Gruber, Volkshilfe-Obfrau und Gemeinderätin Doris Bachinger, Vizebürgermeisterin Brigitte Gruber, Gemeinderat Erwin Raithofer, Gemeinderätin Gudrun Greif, Johann Schildböck, Bürgermeister Heinz Preus und Josef Kirchner (hinten, von links) setzen sich für den Verbleib der tschetschenischen Familie Aslan, Muhammad, Yasmina, Selima und Radmilla Tavsultanov (vorne, von links) ein.

Der Aufruhr in der Gemeinde ist groß: Der Einspruch gegen den negativen Asylbescheid der 2014 aus Grosny (Tschetschenien) geflohenen Flüchtlingsfamilie Tavsultanov wurde abgelehnt.

Die in Hohenberg wohnhaften Tavsultanovs, das sind Vater Aslan Tavsultanov, Mutter Radmilla sowie deren Kinder Muhammad, Yasmina und Selima, wurden nicht in Abschiebehaft genommen. Aber: „Die Familie muss sich bis zu ihrer etwaigen Abschiebung täglich zwischen 8 und 10 Uhr am Polizeiposten St. Aegyd durch persönliches Vorsprechen melden. Eine mögliche Abschiebung, meist in den frühen Morgenstunden, ist die größte Angst der Tavsultanovs“, weiß Bürgermeister Heinz Preus.

"Eine mögliche Abschiebung, meist in den frühen Morgenstunden, ist die größte Angst der Tavsultanovs“

Ein Schreiben und eine Unterschriftenaktion an das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl, an den Bundespräsidenten und weitere politische Vertreter, um eine Aufenthaltsbewilligung für die Familie zu erwirken, waren bisher nicht von Erfolg gekrönt. Der Ortschef, der gesamte Hohenberger Gemeinderat und Privatpersonen kämpfen aber ungehindert für den Verbleib der Tavsultanovs.

„Wir werden die Familie weiterhin unterstützen und versuchen, ein humanitäres Bleiberecht zu erreichen“, versichert Preus. Die Tavsultanovs seien ein Paradebeispiel von perfekter Integration. „Tochter Selima hat im Vorjahr ein ,Sehr Gut‘ im Hauptfach Deutsch. Alleine das zeugt vom Integrationswillen der Familie“, betont Preus.

Der größte Wunsch der Eltern sei es, in Österreich arbeiten zu dürfen, um so den Unterhalt der Familie zu gewährleisten, erklärt der Bürgermeister und ergänzt: „Die Asylwerber bekommen seit 1. Juli 2018 keinerlei Unterstützung und sind auch nicht krankenversichert.“