Nach Muckenkogel-Wanderunfall: Weiter warten auf Urteil. Mann fordert von Verein Schmerzensgeld. Prozess wurde vertagt.

Von Markus Zauner. Erstellt am 16. Juli 2019 (04:34)
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Der Unfall im WandergebietMuckenkogel sorgt weiter fürGesprächsstoff.

 Hat der Fremdenverkehrsverein (FVV) Lilienfeld grob fahrlässig gehandelt, weil im Juni 2018 am Muckenkogel ein Geländer gebrochen und ein Wanderer in die Tiefe gestürzt war? Diese Frage wurde auch in der Fortführung des Prozesses letzte Woche mangels Urteil nicht geklärt. Offen ist damit weiter, ob der Wanderer nach seiner Klage gegen den FVV mit seiner Schmerzensgeldforderung über mehrere tausend Euro durchkommt.

Zumal der Verunfallte auch etwaige Folgeschäden geltend machen will, wurde die Verhandlung zur Einholung eines neurologisch-psychologischen Gutachtens auf den Herbst vertagt. Ob es dann ein Urteil in der brisanten Causa gibt, bleibt abzuwarten.

Rechtsanwalt
Rechtsanwalt Alfred Schneider vertritt den Fremdenverkehrsverein.

Abzuwarten gilt es auch, ob Rechtsanwalt Alfred Schneider, der den FVV Lilienfeld vertritt, bei Gericht die Ablöse des bestellten Sachverständigen beantragt. Denn dessen Schlüsse seien „für den Durchschnittsbürger schwer nachvollziehbar“, erklärt Schneider.

So behaupte der Sachverständige, der FVV hätte als Halter des Weges wissen müssen, das Geländer mit Nirosta-Schrauben zu befestigen, bringt Schneider ein Beispiel. Verwendet worden waren normale Schrauben. Die Schlussfolgerung des Lilienfelder Rechtsanwaltes: „Da wäre es sicherer, jeden Wanderweg zu sperren, weil es nicht mehr möglich wäre, den Betrieb aufrechtzuerhalten.“

„Da wäre es sicherer, jeden Wanderweg zu sperren, weil es nicht mehr möglich wäre, den Betrieb aufrechtzuerhalten.“

Nicht leichter macht die Urteilsfindung übrigens das fehlende verbindende Regelwerk für den Wegebau in Wandergebieten. „Es gibt nur Empfehlungen des Österreichischen Alpenvereins“, bestätigt Schneider. Fortsetzung des Streits folgt im Herbst bei Gericht. . .