Nikolaus kommt im Bezirk Lilienfeld trotz Covid. Einige Absagen gibt es, aber in vielen Gemeinden wird Besuch durchgeführt.

Von Eva Steyrer, Nadja Straubinger und Gabi Zeller. Erstellt am 02. Dezember 2020 (03:12)
Der Rohrbacher Nikolaus Wilfried Breitler wird heuer nicht unterwegs sein. 2018 besuchte er die Gemeinde und überbrachte Nüsse an die Gemeindebediensteten Christian Rotteneder, Maria Brenn und Amtsleiter Michael Linnhart.
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Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit gehört er für Kinder dazu, der Besuch vom Heiligen Nikolaus. Heuer schien es erst, als ob diese Tradition ausfallen müsse, dann nahm die Regierung den Nikolaus aber explizit in die Covid-19-Notmaßnahmenverordnung auf.

Trotzdem führen nicht alle Organisatoren im Bezirk die Aktion durch: etwa die VP Lilienfeld . Für Organisatorin Helga Krickl stand schon vor Wochen fest, dass es dieses Jahr keine Hausbesuche geben könne. Schließlich wurde die Alternative am 6. Dezember im Kirchenhof auch abgesagt. Auch in Rohrbach wird es heuer keinen Besuch vom Nikolaus geben. Seit mehr als 30 Jahren ist Wilfried Breitler als Pfarr- und Dorf-Nikolaus unterwegs und besucht Kinder und Erwachsene. Auch Besuche in der Schule und im Kindergarten standen auf dem Programm. In der Kirche und im Ort verteilte er am Gedenktag goldene Nüsse. „Ich habe lange überlegt, was ich tun soll. Aber ich möchte nicht kontaktlos durch das Dorf gehen“, erklärt Breitler, warum er heuer aussetzen wird. Es sei ihm wichtig, den Leuten die Hand schütteln zu dürfen, außerdem möchte er durch sein Erscheinen keine Menschenansammlungen provozieren. „Die Gesundheit der Bewohner ist mir wichtig“, so Breitler.

„Wo es möglich ist, werden wir im Freien sein, vor dem Haus auf der Terrasse oder im Garten sein.“ Wolfgang Schädl, Nikolaus aus Traisen.

Da er gemeinsam mit seiner Gattin zur Risikogruppe zählt, streicht Klaus Rabl 2020 aufgrund der Corona-Pandemie seinen Einsatz als Nikolaus in Kernhof und Umgebung, wo er bereits seit 61 Jahren die Kinder mit seinen Gaben erfreut.

Der Heimat- und Trachtenverein Rohrbach, der normalerweise auf Bestellung die Kinder daheim besucht hat, hat die Aktion für das heurige Jahr ebenfalls abgesagt. Ebenso Kulturgemeinderat Leopold Sindl, der seit über 25 Jahren immer am Nikolotag die Senioren besucht, wenn sich diese zum Nikolo-Kaffee treffen. Sindl besucht heuer als Nikolo verkleidet nur seinen Enkelsohn Fabian und kontaktlos seine Nichten und Neffen.

Videobotschaft vom Nikolaus

Einen ganz neuen Weg geht die Landjugend Kleinzell dieses Jahr. Der Nikolaus kommt dort per Videobotschaft ins Haus. So konnten die Eltern eine persönliche Nachricht bestellen, für die Geschenksackerl müssen sie jedoch Sorge tragen.

„Unser Landjugend-Nikolaus ist auch heuer im Einsatz, aber er geht ohne Krampus zu den Familien und das nur mit Abstand bis vor die Haustür“, berichtet Birgit Meissinger, Vorsitzende der Landjugend St. Aegyd/Hohenberg . Seit 16 Jahren geht der geschäftsführende Gemeinderat und Kinderfreundevorsitzende Christian Pomberger als Nikolaus von Haus zu Haus und ist auch bei örtlichen Veranstaltungen in der Weihnachtszeit als dieser im Einsatz. Auch er bleibt heuer im Freien und geht „maximal bis zur Türschwelle. Häuser und Wohnungen sind tabu“, erklärt Pomberger.

Wolfgang Schädl wird heuer wieder als Nikolaus in Traisen unterwegs sein. Dieses Mal gibt es auch Anfragen aus Lilienfeld und Wilhelmsburg.
Schädl

Ähnlich handhabt die Situation Wolfgang Schädl aus Traisen , der heuer zum 38. Mal als Nikolaus unterwegs sein wird, dem Nikolaus die Hand geben, wird man aber nicht können. „Wo es möglich ist, werden wir im Freien sein, vor dem Haus auf der Terrasse oder im Garten“, erklärt Schädl. Andernfalls seien Mund-Nasen-Masken zu tragen. Am 5. und 6. Dezember rückt Schädl zu den Nikolaus-Besuchen aus. Sein Einsatzgebiet erstreckt sich dieses Jahr bis nach Wilhelmsburg und Lilienfeld. Besonders stolz ist er auf sein Gewand, das er selbst genäht hat.

Auch in Annaberg kommt der Nikolaus: Die Naturfreunde haben gemeinsam mit den Kogl-Teufeln doch den Nikolaus engagiert. „Wir wollen den Annabergern eine Freude machen. Wer am Sonntag, 6. Dezember traditionsbewusst ein Schifferl setzt oder Stiefel vor die Türe stellt, wird eine Überraschung vom Nikolaus finden“, erklärt der Vorsitzende Walter Daxböck. Zwischen 16.30 und 20 Uhr geht der Nikolaus von Haus zu Haus, und vielleicht kann man vom Fenster aus sogar einen Blick erhaschen. Die Annaberger Naturfreunde haben sich dazu entschlossen, weil die Überraschungen kontaktfrei und an der frischen Luft deponiert werden.

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