Arbeitsmarkt ändert sich. Trotz niedrigster Arbeitslosenquote seit 2013 nimmt die Zahl der Jobsuchenden zu. Anders als Männer profitieren Frauen weiter stärker von der Entwicklung.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 08. Januar 2020 (04:47)
Symbolbild
APA/Herbert Neubauer

Eine marginale Erhöhung der Jobsuchenden verzeichnet das Arbeitsmarktservice (AMS) Lilienfeld in seiner Dezember-Statistik. Im Vergleich zum Dezember 2018 ist die Arbeitslosigkeit um drei Vorgemerkte (plus 0,3 Prozent) gestiegen. Zusätzlich nutzten 168 Personen diverse Qualifizierungsangebote, um ihre Kompetenzen zu stärken und die Jobchancen zu verbessern. „In Summe sind Ende Dezember 1.070 Personen entweder arbeitslos gemeldet oder in Schulungsmaßnahmen“, sagt AMS-Chefin Margareta Selch.

„Unser Augenmerk gilt jenen Personen, die aus unterschiedlichen Gründen große Hürden beim Wiedereinstieg haben.“AMS-Chefin Margareta Selch

Obwohl sich die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auch auf den heimischen Arbeitsmarkt niederschlägt, sind Frauen, Jugendliche und langzeitarbeitslose Menschen noch begünstigt. „So ist die Zahl der unter 25-Jährigen gegenüber Dezember 2018 um 2,2 Prozent und der Anteil der langzeitarbeitslosen Personen um 15,7 Prozent gesunken“, berichtet die AMS-Geschäftsstellenleiterin. Trotzdem ist der Anteil langzeitarbeitsloser Jobsuchender (113) immer noch relativ hoch.

 „Unser besonderes Augenmerk gilt somit jenen Personen, die aus unterschiedlichen Gründen große Hürden beim beruflichen Wiedereinstieg haben“, erklärt Margareta Selch. Daher werde das AMS heuer das Förderbudget für diese Kunden deutlich ausweiten.

Margareta Selch leitet das AMS Lilienfeld. Foto: B.V.Lachner_Photosandmore.at
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Bezüglich der Arbeitsmarktsituation 2019 insgesamt bedeutet eine Arbeitslosenquote von knapp sieben Prozent den niedrigsten Wert seit 2013. Die ersten Monate des Vorjahres zeigten einen positiven Trend, jedoch bereits ab dem zweiten Quartal begann, anders als in Niederösterreich, die Arbeitslosigkeit im Bezirk Lilienfeld zu steigen und die Beschäftigung zu sinken. „Durch intensive Zusammenarbeit mit unserer regionalen Wirtschaft, unseren Partnerinnen und Partnern, den Gemeinden und Einrichtungen und durch das große Engagement meines Teams, ist es uns gelungen, eine großteils ausgeglichene Bilanz zu erreichen“, weiß die AMS-Chefin.

Laut ihr sind im Jahresdurchschnitt 757 Personen arbeitslos gewesen. Gegenüber 2018 bedeutet dies einen Anstieg um 0,1 Prozent. Mit einem Rückgang von 3,1 Prozent profitieren Frauen stärker von der Entwicklung am Arbeitsmarkt als Männer, bei denen eine Zunahme von 2,5 Prozent vorliegt.

Gesundheitsproblem als Vermittlungshindernis

Mit 10.305 unselbstständig Beschäftigten verzeichnet der Bezirk gegenüber 2018 einen Rückgang der Beschäftigung um 0,06 Prozent. „Wir haben gemeinsam mit den Sozialpartnern und dem Land NÖ die Arbeitskräftenachfrage unserer Unternehmen genutzt, um unseren Vermittlungsaufgaben rasch und konsequent nachzukommen“, weist Margareta Selch hin. So konnten 2019 um rund 15 Prozent mehr freie Stellen mit einer passenden Arbeitskraft besetzt werden als das Jahr zuvor.

Ein Rekordplus wurde bei der Besetzung der freien Lehrstellen (84) erzielt. „Mit einem Minus von 14,2 Prozent bei den jungen Menschen bis 25 Jahre in Lilienfeld liegen wir sogar über dem jahresdurchschnittlichen Wert von Niederösterreich mit minus 10,5 Prozent“, führt die AMS-Leiterin ein weiteres Detail an. Mit einer Senkung von 7,5 Prozent konnte auch der höchste Rückgang im Bundesland bei Frauen 50+ erreicht werden. Einen Topwert von minus 27,7 Prozent gab es genauso bei den langzeitarbeitslosen Frauen.

Gesundheitliche Einschränkungen erschweren indes eine Berufsausübung. Bei AMS-Kunden mit Vermittlungseinschränkungen und Behindertenstatus stieg die Betroffenheit von Arbeitslosigkeit um 3,1 Prozent.