Gedenken an die Opfer des Amoklaufes. Am 17. September 2013 wurden drei Polizisten und Annaberger Rettungssanitäter von Wilderer Alois Huber getötet.

Erstellt am 18. September 2017 (08:29)
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Beim Gedenkstein in Annaberg zu Ehren der vier Opfer fand sich Landespolizeidirektor Konrad Kogler am vergangenen Freitag ein.

Aus der anfänglichen Fahndung nach einem Wilderer wurde einer der spektakulärsten Kriminalfälle: Am 17. September 2013 durchbrach Alois Huber aus dem Bezirk Melk kurz nach Mitternacht eine Straßensperre der Polizei zwischen St. Aegyd und Annaberg und eröffnete das Feuer. Nachdem er auf der Flucht mit dem Auto von der Straße abgekommen und in Schmelz gegen einen Zaun geprallt war, schoss der 55-Jährige in einen Streifenwagen und tötete einen 38-jährigen Cobra-Beamten. Ein alarmiertes Rettungsfahrzeug geriet ebenfalls ins Visier des Amokläufers, der 70-jährige Annaberger Sanitäter Johann Dorfwirth wurde tödlich getroffen.

Auf seiner weiteren Flucht zu Fuß stieß Huber in Lassing auf eine Streife aus dem Bezirk Scheibbs. Er feuerte auf die Beamten. Der Lenker (51) kam ums Leben und wurde vom Wilderer auf die Straße geworfen. Er tötete auch den zweiten Polizisten (44) und fuhr mit dem Leichnam im Polizeiwagen zu seinem Anwesen in Großpriel bei Melk. Dort verschanzte sich Huber, dann beging er Suizid.

108 Straftaten seit 1994

Ein 2014 aufgestellter Gedenkstein an der Kreuzung der B 20 mit der B 28 erinnert an die vier Opfer, welche „in Ausübung ihrer Pflicht ihr Leben lassen mussten“. Ihnen zu Ehren fand sich am vergangenen Freitag Landespolizeidirektor Konrad Kogler ein.

Laut Polizeiabschlussbericht hatte Alois Huber übrigens seit 1994 vorwiegend in Niederösterreich und der Steiermark 108 Straftaten verübt. Der festgestellte Gesamtschaden beläuft sich auf rund zehn Millionen Euro.