Neues Kunstprojekt gibt zu denken. Naturpark Ötscher-Tormäuer: Ab Herbst ist Naturjuwel für ein Jahr Austragungsort von „Cliffhanger.“

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 05. August 2020 (03:33)
Mit ihren Projekten wollen Steinbrener/Dempf & Huber zum Nachdenken anregen.
Ansicht: Steinbrener/Dempf & Huber

Wanderer in den Ötschergräben werden staunen, wenn sie plötzlich hoch oben in einer Steilwand neben dem Mirafall eine Geschäftsfassade mit der Beschriftung „Tourist Information“ entdecken – an einer Stelle, die eigentlich nur für Sport-Kletterer erreichbar ist. Nach drei Jahren Vorbereitungszeit und dreizehn Jahre nach dem ersten Entwurf wird ab Herbst 2020 das Kunstprojekt „Cliffhanger“ für ein Jahr im Naturpark Ötscher-Tormäuer eröffnet.

Mit spektakulären Mitteln wird hier die Eroberung der Landschaft und das beständige Ausbreiten von Zivilisationsgrenzen – auch durch den Tourismus – visualisiert. Der Massentourismus, der in den letzten Jahren oft Städte und Regionen zu Kulissen für ihre Besucher vorkommen ließ und deren Bewohner zu Statisten ihres eigenen Umfeldes machte, ist nun selbst durch das Coronavirus angeschlagen. Die radikalen Vorgangsweisen in Erholungsgebieten, auch auf Kosten der örtlichen Bevölkerung und der Natur Gewinne zu maximieren, scheinen zumindest einmal unterbrochen zu sein. „Die Ötscher-Region ist ein Gebiet, die von diesen negativen Entwicklungen bisher weitgehend verschont geblieben ist, so kann das Projekt gewissermaßen auch als eine Warnung oder als ein Mahnmal verstanden werden, zukünftig nachhaltiger und sensibler mit der Umwelt umzugehen“, so Naturpark-Projektleiter Florian Schublach zum Hintergrund von „Cliffhanger.“

Hinter dem Kunstprojekt steckt das Künstlerkollektiv Steinbrener/Dempf & Huber. Viele ihrer Projekte haben schon für große Aufmerksamkeit gesorgt. Ihre Kunst ist oft nicht gleich als solche zu erkennen und profitiert vom entsprechenden Überraschungsmoment. Ihre Skulpturen und Objekte platzieren sie gerne an unmöglich scheinenden Orten. Sie verhandeln und visualisieren aktuelle gesellschaftliche Sachverhalte.

„Cliffhanger“ wirft Fragen auf. Daher gibt es für Einheimische und Interessierte die Gelegenheit, Christoph Steinbrener und Martin Huber persönlich kennenzulernen und einen Blick hinter die Kulissen des Projekts zu werfen. In ungezwungener Atmosphäre wird am 14. August bei einem Platzkonzert des Musikvereins Mitterbach „Cliffhanger“ in der Region vorgestellt.

„Für uns ist es wichtig, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Das Ötschergebiet ist für uns etwas ganz Besonderes. Wir freuen uns auf neue Kontakte in dieser so schönen Region“ sagt Christoph Steinbrener.

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