Symposium: Kein heimischer Tourismus ohne Nachhaltigkeit

Erstellt am 26. September 2022 | 18:01
Lesezeit: 4 Min
Annaberg, Mostviertel  Kein heimischer Tourismus ohne Nachhaltigkeit
Foto: Michael Holzweber
Das Symposium in der Ötscherbasis widmete sich der Ressourcenschonung. Diese beginnt bei umweltfreundlicher Mobilität, geht über die Konsumation regionaler Produkte und führt zur Mülleinsparung im Alltag.
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Im  Naturparkzentrum Ötscher-Basis in Wienerbruck fand am Sonntag das Symposium „Nachhaltigkeit Niederösterreich 2022“ statt. Über 100 Interessierte aus allen Bereichen des Tourismus diskutierten in spannenden Workshops über neue Chancen und Wege für mehr Nachhaltigkeit im Tourismus.

Die gesammelten Ideen und Impulse sind gleichzeitig der Startschuss für die Entwicklung des Living Papers „Nachhaltigkeit im Tourismus“. Die Veranstaltung selbst wurde übrigens vorbildhaft als „Green Event“ zertifiziert.

Danninger: „Wir sind auf einem guten Weg“

Niederösterreich positioniert sich in der Tourismusstrategie 2025 als nachhaltiges Ausflugs- und Urlaubsland. „Wir sind auf einem guten Weg: In der aktuellen Sommersaison 2022 verbindet bereits jeder vierte Gast die Eigenschaft ,nachhaltig‘ mit Niederösterreich“, weiß Tourismuslandesrat Jochen Danninger. Die unberührte Natur und die schönen Landschaften waren für 60 Prozent der Gäste das wichtigste Argument, den Urlaub in Niederösterreich zu verbringen.

Die Berge, die gute Luft und das angenehme Klima spielen für die Gäste, weiß Danninger, „eine große Rolle“. Die natürlichen Ressourcen rücksichtsvoll zu nutzen und die Schönheiten, die Niederösterreich zu bieten hat, zu erhalten, sieht er als „Auftrag“. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und erarbeiten mit dem neuen Living Paper weitere Schritte, um die Nachhaltigkeit im Tourismus in Niederösterreich weiter zu stärken“, betont er.

Alle Aspekte und Impulse, die in den Workshops und Diskussionen entstanden sind, fließen sollen nun den niederösterreichischen Tourismusverantwortlichen als Anregung dienen.

„Nachhaltigkeit soll nicht nur ein Schlagwort bleiben. Wir arbeiten laufend intensiv an der Umsetzung von konkreten Anwendungen, wie beispielsweise dem Pilotprojekt ,Mobile Welterbe-Region‘ in der Region Semmering-Rax. Auch das ,Convention Bureau Niederösterreich‘ informiert und sensibilisiert für mehr ,Green Events‘ im Messen- und Kongresstourismus“, informiert dazu der Geschäftsführer der Niederösterreich Werbung, Michael Duscher.

Der öffentliche Verkehr soll dabei eine maßgebliche Rolle für mehr Nachhaltigkeit im heimischen Tourismus spielen. „Wir wollen unseren Gästen den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel so attraktiv, stressfrei und einfach wie möglich gestalten“, betont daher Niederösterreich Bahnen-Geschäftsführerin Barbara Komarek.

Ausflugsangebote mit der Mariazellerbahn in die Ötscherregion stehen dabei besonders hoch im Kurs bei den Gästen. „Mit unserer neuen Photovoltaikanlage in Klangen speisen wir nun auch Sonnenstrom direkt in unser Bahnstromnetz ein und gehen so einen weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit“, lässt dazu Komarek wissen.

Niederösterreich setzt auf Austausch mit anderen Tourismuseinrichtungen wie dem PIZ Montafon, einem Zukunftslabor für nachhaltigen Tourismus. Durch Entwickeln konkreter Lösungen und Aufzeigen von Erfolgsbeispielen sollen so neue Chancen für die Region Montafon entstehen. „Dazu ist natürlich die Vernetzung mit anderen Tourismusregionen, wie zum Beispiel Niederösterreich, sehr wichtig“, weiß Jessica Ganahl, Nachhaltigkeitsmanagerin im PIZ Montafon.

Von 2008 bis 2019 wurde in der Tourismusdestination Mostviertel die „Nachhaltigkeitskonferenz“ abgehalten. Nun wurde das Thema „Nachhaltigkeit“ in das weiterentwickelte niederösterreichweite Veranstaltungsformat „Symposium Nachhaltigkeit Niederösterreich“ verpackt. Sechs Expertinnen und Experten diskutierten dabei mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Klimaschutz, Employer Branding, Future of Food oder Vernetzung. Unter den Podiumsgästen: Ursula Bittner von Greenpeace, Markus Hann von IPP-Hotels, Jessica Ganahl, Nachhaltigkeitsmanagerin vom PIZ Montafon und Remo Gisi vom Taste Lab Zürich.

Für die öffentliche, klimaschonende Anreise zum Event mit der Mariazellerbahn gab es eine Kooperation mit den Niederösterreich Bahnen. Die Verpflegung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgte durch regionale Produzenten. Bereits im Voraus wurden besondere Essenswünsche abgefragt, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Außerdem ging die Veranstaltung papierlos und ohne Drucksorten über die Bühne.

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