Naturschätze im Fokus. Über Obstanbau in höheren Lagen, heimische Sortenvielfalt und anderes mehr informierte Heribert Pfeffer in Annaberg. Problem der Verwaldung war ebenfalls ein Thema.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 01. Juni 2019 (03:51)
Auch Station bei Biobäuerin Martina Schenner (5. v. l.) machte die Wandergruppe um Heribert Pfeffer (6. v. l.) und Florian Schublach (l.) vom Naturpark.Krizanic-Fallmann
Astrid

Naturschätze in Niederösterreich vor den Vorhang zu holen, war die Intention der Woche der Artenvielfalt vom 19. bis 26. Mai. Dazu wartete der Naturpark Ötscher-Tormäuer unter Florian Schublach mit einer speziellen Exkursion auf.

Bei einem vierstündigen Rundgang in Wienerbruck, Reith und Joachimsberg informierte Naturvermittler und Obstbaumwärter Heribert Pfeffer vergangenen Freitag über den Obstanbau in höheren Lagen und die heimische Sortenvielfalt, vom „Annaberger Maschantzker bis zu den echten Kriecherl“, im Wandel der Zeit.

„Das Landschaftsbild ist ein Spiegel der Gesellschaft, man erkennt daraus, wie es den Leuten geht, und Verwaldung bedeutet Abwanderung“

Treffpunkt der Teilnehmer war die Ötscher-Basis. Dort wurde auch gleich gezeigt, was passiert, wenn eine Fläche nicht mehr kultiviert wird und welche „Pionierbäume“ zuerst wachsen.

„Das Landschaftsbild ist ein Spiegel der Gesellschaft, man erkennt daraus, wie es den Leuten geht, und Verwaldung bedeutet Abwanderung“, erklärte Heribert Pfeffer. Warum der Wienerbrucker Stausee die „Talsperre Nr. 1“ und die Mariazellerbahn eine „bosnische Spurbreite“ hat, was eine „Rotte“ ist oder wo sich die Überreste des „Annaberger Mammuts“ befinden, schilderte er genauso.

Auskünfte über die landwirtschaftliche Tätigkeit auf 850 Metern Seehöhe gab indes Biobäuerin Martina Schenner vom Steinwandhof. Wie erfrischend Säfte aus Zitronenthymian, Goldmelisse oder Eberraute, im Volksmund auch Colakraut genannt, schmecken, genossen die Wanderer bei Josefa Weber vom Höchbauerhof, besichtigt wurde ebenfalls der Kräutergarten von Martha Weber.

Neben dem laufenden Vermittlungsprogramm können sich übrigens Jung und Alt diesen Donnerstag beim ersten von drei Naturparkfesten auf der Ötscher-Basis wieder auf eine Entdeckungsreise begeben.