Ötscher-Tormäuer: Ein Turm mit besonderem Weitblick. „Fliegendes Klassenzimmer“, Aussichtspunkt, Naturvermittlung: Der neue Ötscher-Turm wurde feierlich eröffnet.

Von Claudia Christ. Erstellt am 02. Juni 2021 (04:18)

Er ist zehn Meter hoch und sieht von außen aus, wie ein Aussichtsturm eben aussieht. Aber der neue Ötscher-Turm bei der Ötscherbasis im Naturpark Ötscher-Tormäuer in Wienerbruck hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Denn im Inneren des hohlen Kletterturmes verbirgt sich eine etwa 30 Quadratmeter große Naturwerkstatt.

Darin sollen Kinder künftig mit Holz arbeiten oder Fledermausquartiere bauen. Zudem werden anhand von Druckerpressen die unterschiedlichen Drucktechniken erklärt und direkt umgesetzt.

Als zweiter Raum wurde in Würfelform ein „fliegendes Klassenzimmer“ aufgesetzt, das ebenso als Seminarraum Verwendung finden kann. Wer den Ausblick in die Umgebung genießen will, hat dazu am Aussichtpunkt, dem Dach des „fliegenden Klassenzimmers“, die ideale Möglichkeit.

„Die Lust der Menschen auf Urlaub und Ausflüge ist derzeit besonders groß. Das bietet für das Land Niederösterreich große Chancen, auch heuer wieder viele Gäste begrüßen zu dürfen.“ Jochen Danninger, Landesrat

Bei der Eröffnungsfeier des 180.000 Euro-Bauwerkes am vergangenen Freitag stellten Naturpark-Projektleiter Florian Schublach und Geschäftsführer Andreas Purt das nachhaltige Projekt den anwesenden Gästen vor. „Ursprünglich gab es viele Ideen. Den Turm in dieser einzigartigen Natur als Ort der Naturvermittlung zu nutzen, war schlussendlich die einzig richtige. Gemeinsam mit dem Revitalisierungs-Projekt, Erlebnis-Dorf Sulzbichl, reichten wir danach beides bei ecoplus ein“, sagte Purt.

Aus 30 Einreichungen wurde der Ötscher-Turm unter die besten zehn gereiht und erhielt damit eine 50-prozentige Förderzusage. In den vergangenen Monaten entstand so Schritt für Schritt aus dem alten Aussichtsturm, der aufgrund der Landesausstellung 2015 errichtet wurde, ein neues Bauwerk, das viele Funktionen erfüllt.

„Ich finde das Projekt sehr gelungen, und die grauen Haare hätten wir auch so bekommen“, scherzte Purt in Richtung Schublach. Die Segnung des Turmes übernahm Pfarrerin Birgit Lusche.

An die 45.000 Gäste besuchen alljährlich das Naturparkzentrum in Wienerbruck. Rund 2.000 Kinder nehmen pro Jahr an Naturvermittlungsprogrammen teil. „Das Angebot soll künftig weiter ausgebaut werden“, betonte Obfrau-Stellvertreterin und Annabergs Bürgermeisterin Claudia Kubelka.

Als Zeichen der großen Wertschätzung für das Projekt und die gesamte Region nahm Naturpark-Obfrau Renate Rakwetz den Besuch von Landesrat Jochen Danninger wahr. Dieser wies in seiner Rede bei seinem ersten offiziellen Termin nach der Pandemie-bedingten Pause darauf hin: „Die Lust der Menschen auf Urlaub und Ausflüge ist derzeit besonders groß. Das bietet für das Land Niederösterreich und gleichzeitig für den Naturpark Ötscher-Tormäuer große Chancen, heuer wieder viele Gäste begrüßen zu dürfen.“

Besichtigungstour durchs Erlebnisdorf

Bereits am Vormittag war ein Teil der Delegation auf Besichtigungstour im wiedereröffneten Erlebnisdorf Sulzbichl unterwegs. Die sieben Stelzenhäuser, beim Eingang zum Trefflingfall, wurden ebenfalls in den vergangene Monaten revitalisiert; ein Naturvermittlerkonzept für das Dorf aufgestellt. Als Namenspate für jede Hütte wurden Tiere ausgewählt. Und so finden sich an den Außenfassaden der Hütten große Bilder von der Mauereidechse oder der Wasseramsel wieder.

„Wir haben festgestellt, dass sich die Gäste, vor allem bei Schulklassen ist das so, mit dem Tier auf ihrer Hütte besonders identifizieren und so eine besondere Beziehung zur Natur aufbauen können“, erklärt die Naturvermittlerin.

Bis zu 36 Personen finden im Erlebnisdorf Platz. „Die Hütten sind der ideale Ausflugsort für Schulklassen, Vereine, Betriebsausflüge und Geburtstagsfeiern“, betont Naturpark-Geschäftsführer Andreas Purt.

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