Schaglhof wurde digital. Pferdesport mit Pandemie-Konzept: Unterricht ist in Annaberg wieder erlaubt. Ob der Haflingermarkt stattfindet, ist noch unklar.

Von Teresa Lobinger. Erstellt am 10. April 2021 (03:38)
„Wir würden uns sehr freuen, wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen eine Durchführung des Haflingermarktes 2021 am Schaglhof erlauben würden. Organisatorisch brauchen wir nur ein Monat vorher Planungssicherheit“, hofft die Familie Pfeffer. Für die Reiter, welche das Showprogramm einstudieren müssen, wäre allerdings schon mehr Vorlaufzeit wichtig.
Schaglhof / Karner

Anfang März wurde der von Gerold Dautzenberg, Präsident des NÖ Pferdesportverbands, initiierte Antrag auf Gleichstellung von Reithallen mit Sportstätten im Freien für den Amateursport genehmigt. „Das Engagement des Fachverbandes hat uns oft Sicherheit gegeben wie wir den Reitunterricht, auch in der Halle, gestalten dürfen. Das Reiten in der Halle im Winter ist bei der Höhenlage des Schaglhofes natürlich notwendig“, betont Martin Pfeffer.

Kinder können jetzt wieder Pferde zum Reiten mieten.
Schaglhof

Vor einem Jahr, zu Beginn der Pandemie, war das aber nicht so. Da durfte noch nicht einmal alleine ausgeritten werden. „In der ersten Phase der Unsicherheit durfte kein Stallfremder zu den Pferden. Es war eine sehr intensive Zeit, weil wir alle Pferde selbst versorgen und bewegen mussten“, erinnert sich die Familie Pfeffer. Sie kann aber auf ein routiniertes, motiviertes und eingespieltes Team bauen. Pfeffer: „Das lässt uns die Krise gemeinsam gut meistern!“ Am Schaglhof wurden die Pferde an im Reiten fortgeschrittene Kinder vermietet. Im Gegensatz zu Anfängern durften diese unterrichtet werden. „Aber die Not für Betriebe ist natürlich umso größer, je mehr von extern zur Versorgung der Pferde zugekauft werden muss“, weiß Martin Pfeffer.

Dabei lassen sich die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auf einer Reitanlage sehr gut umsetzen, sodass der Schutz für Reiter und Mitarbeiter gewährleistet ist. Wie in vielen Bereichen hat die Pandemie auch am Schaglhof die Digitalisierung vorangetrieben: „Wir regeln die Besuche auf der Reitanlage über informationsverarbeitende Systeme, sodass alle Hygieneempfehlungen, zum Schutz unserer Reiter, eingehalten werden können.“ Nach einem Jahr Corona sind die Pfeffers der Überzeugung, dass Reiten von der Pandemie profitiert, weil es ein Sport ist, der ohne großes Infektionsrisiko ausgeübt werden kann: „Man muss bedenken, dass alle Mannschaftssportarten für Kinder nicht möglich waren und sind. Somit sind viele Kinder und Erwachsene von anderen sportlichen Aktivitäten zum Reiten gekommen.“

Auch die ersten Reitprüfungen wie Reiterpass oder -nadel haben 2020 unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen stattgefunden und recht gut funktioniert. „Wir gehen davon aus, dass wir mit dem gleichen Konzept auch 2021 die Sonderprüfungen durchführen können“, sagt Pfeffer. Durch die Zusammenarbeit mit dem NÖ Zuchtverband werden am Schaglhof wenigstens die Zuchtveranstaltungen für Fohlen und Reitpferde abgehalten, aber ohne Publikum. Ob der berühmte Haflingermarkt im August stattfinden kann, wird sich zeigen.