Wirtedasein geht in der Ötscher-Basis zu Ende. Mit 4. November beenden Petra Zeh und Veronika Nutz ihr Engagement als Gastropächter in der Ötscher-Basis – trotz wirtschaftlichem Erfolg. Nachfolgefrage ist offen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 13. Oktober 2018 (05:13)
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Die beiden aktuellen Ötscher-Basis-Pächterinnen Petra Zeh (l.) und Veronika Nutz (r.) stoßen mit Restaurantleiter Dominik Kogler auf eine sehr erfolgreiche Saison der Ötscher-Basis Wienerbruck an.
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Der schöne Sommer und das tolle Wanderwetter im September haben das eine dazu beigetragen. Das große Engagement von Petra Zeh und Veronika Nutz sowie ihres gesamten Teams das andere. Die beiden Pächterinnen der ÖtscherBasis Wienerbruck blicken auf eine wirtschaftlich erfolgreiche Saison zurück – wobei die Saison in der Ötscher-Basis noch bis 4. November andauert (Montag/Dienstag Ruhetage).

Trotzdem haben Zeh und Nutz, die seit April die Gastronomie in der ÖtscherBasis von der Naturpark GmbH gepachtet haben, in der Vorwoche ihren Vertrag mit Saisonende gekündigt. „Der Schritt fällt uns nicht leicht, weil uns die Arbeit viel Spaß gemacht und das Team perfekt funktioniert hat. Aber mit Hauptjob und Familie das alles unter einen Hut zu bringen, ist auf Dauer unmöglich“, erklärt die dreifache Mutter und Betreiberin der Genießer-Appartements am Bahhof in Wienerbruck Veronika Nutz.

„Wir wollten auch aufzeigen, dass es möglich ist, die Ötscher-Basis wirtschaftlich zu führen. Das ist uns gelungen.“ Petra Zeh

Ähnlich sieht es ihre Tante Petra Zeh, seit 18 Jahren Bürgermeisterin in Annaberg: „Es war uns wichtig, dass der Gastro-Betrieb in der Ötscher-Basis nach den vergangenen schwierigen Saisonen aufrecht erhalten wird. Deshalb machten wir auch den Schritt. Gemeinsam mit unseren Familien und unserem Team ist es uns gelungen, ein positiv wirtschaftliches Ergebnis zu erzielen. Für mich persönlich ist die vergangene Saison eine Erfolgsgeschichte. Ich freue mich als Pächterin, aber auch als Bürgermeisterin einer der Naturpark-Gemeinden sehr darüber“, betont Zeh, die 2020 nicht mehr als Bürgermeisterin in Annaberg kandidieren wird und im nächsten Jahr daher auch eine geordnete Übergabe in der Gemeinde einleiten will.

Ein Erfolgsfaktor für die beiden war, dass der Großteil des in Spitzenzeiten bis zu elfköpfigen Teams aus der Naturpark-Region kommt. „Das ist ein immenser Vorteil. Unseren Leuten liegen der Naturpark und die Region am Herzen. Und sie können Fragen der Gäste beantworten. Das ist in dieser Lage wichtig“, unterstreicht Zeh und streut vor allem auch ihrem Restaurantleiter Dominik Kogler und ihrem Küchenchef Martin Bachinger Rosen. „Mit den beiden hatten wir zwei absolute Profis im Team“, betont Zeh.

Der 34-jährige Puchenstubner Dominik Kogler könnte auch künftig in der Ötscher-Basis tätig sein. Denn er überlegt, der Naturpark GmbH ein Angebot für einen Pachtvertrag für 2019 zu legen. „Ich habe jetzt ein Jahr gesehen, wie es funktionieren kann. Die Ötscher-Basis muss drei Sachen vereinen: Jausenstation, Kaffeehaus und Restaurant. Im Sommer kommt noch die Eisdiele hinzu. Mich würde diese Aufgabe sehr reizen. Ich will das aber noch mit meiner Familie besprechen, ehe ich ein Angebot abgebe“, sagt Kogler.

„Petra Zeh und Veronika Nutz haben uns in einer schwierigen Situation geholfen und gezeigt, dass es funktioniert, auch wenn man an einigen Rädchen noch etwas schrauben muss. Dominik Kogler ist sicher unser erster Ansprechpartner, aber wir werden trotzdem eine Ausschreibung machen“, erklärt Naturpark-Geschäftsführer Andreas Purt.

Auch Vorderötscher sucht neuen Pächter

Ausschreiben muss der Naturpark auch wieder die Verpachtung des Schutzhauses Vorderötscher. Der Traisner Thomas Drdak hat den Pachtvertrag ebenfalls gekündigt, obwohl auch seine Saison überaus erfolgreich verlaufen ist. Aber der langjährige Ernährungswissenschaftler Drdak hat laut Purt „ein sehr lukratives Angebot einer dänischen Firma erhalten, das er schweren Herzens nicht abschlagen konnte“.