Modernisierung geht ins Finale. Adaptierungen im Keller unter Georgskapelle und Torturm für museale Zwecke. Feinarbeiten bei neuer Veranstaltungshalle.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 24. Januar 2020 (03:15)
Gemeinderat Reinhard Lintinger (l.), selbst in der Living-History-Szene unterwegs, brachte die „IG 14“ mit Nikolaus Hofbauer (2. v. r.) und die Gemeinde für das Projekt Araburg zusammen. Mit weiteren Helfern von der „IG 14“ und dem Verein Viri Armati wird derzeit fleißig gewerkt.
Halbwax

Vergangenes Jahr war Spatenstich für die Modernisierung auf der Araburg . Im April sollen die neue Veranstaltungshalle mit Dachterrasse, der Museumsbereich und die gastronomischen Änderungen im Burgstüberl fertig gestellt sein.

„Derzeit sind die letzten Feinheiten, wie Elektroinstallationen, im Gange“, sagt Bürgermeister Michael Wurmetzberger über den Stand der Arbeiten beim Zubau über dem ehemaligen Pferdestall, „die Holzverkleidungen erledigt die Gemeinde selber.“ Im über den Winter geschlossenen Burgstüberl wird dieser Tage die neue Küche montiert, ergänzt der Bürgermeister.

Bei der Neugestaltung des Museumsbereiches helfen indes viele Freiwillige mit. Unter dem Motto „Szenarium Araburg“ entsteht ein interaktiver Museumsbereich mit Kulturvermittlung, Spezialführungen, welche schon in den vergangenen Monaten angeboten wurden, sowie „Living History“.

Unter den Besonderheiten, die aufgestellt werden, sind zum Beispiel „sprechende Bilder“. Auf angekauften Bildschirmen, die wie Gemälde ausschauen, informieren ehemalige Besitzer des Kaumberger Wahrzeichens über ihre Epochen. Die Texte werden von Kaumberger Burgschauspielern vorgetragen, die sich mit ihren Aufführungen seit Jahrzehnten für die Erhaltung der Ruine einsetzen und auch immer wieder finanzielle Mittel dafür beisteuern. Zu den visuellen und akustischen Schmankerln zählen überdies Darbietungen von Chorälen aus dem Stift Lilienfeld, gehört doch die Araburg dem Zisterzienserkloster und wurde der Gemeinde Kaumberg mittels Baurechtsvertrag übertragen.

Während das Team der Gemeinde hauptsächlich die musealen Aspekte betreut, wird das „Living-History“-Projekt von versierten Mitgliedern von Vereinen betreut. Federführend ist die „IG 14“, ein Verein, der sich dem Leben im 14. Jahrhundert verschrieben hat. Die international vernetzte „IG 14“ suchte schon lange einen Ort, an dem sie ein derartiges Vorhaben umsetzen kann. Zur Zeit wird der Keller unter der Georgskapelle adaptiert. Dort wird neben musealen Elementen eine benützbare Küche, die aus zeitgenössischen Aufzeichnungen nachempfunden ist, entstehen. Im Torturm sollen eine Wohnung und eine Wachstube den Gästen den Alltag der Menschen um das Jahr 1350 näher bringen.

Weitere Ausbaustufen sind nach Abschluss der Erstphase geplant. Benützt oder besser „belebt“ werden die Einrichtungen von der „IG 14“ und ihren Partnervereinen, welche dann am Wochenende ihrem Hobby nachgehen und dabei ihr Wissen an die interessierten Burgbesucher weiter geben.