"Lockere" Nacktwanderung: Splitternackt auf die Araburg. Nur in „Adams Gewand“ aber mit einem Intimpiercing besuchte Dame die historischen Gemäuer. Auf eine Anstandsverletzung stehen aber bis zu zwei Wochen Haft.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 29. August 2017 (05:44)
zVg

„Ich wollte zuerst meinen Augen nicht trauen. Erst beim zweiten Mal hinschauen, sah ich, dass die Dame splitternackt war“, schildert eine Besucherin der Araburg.

Sie nutzte wie auch andere Ausflügler am vergangenen Freitag den schönen Spätsommertag, um eine kleine Wanderung zu machen, doch mit dieser Begegnung der nicht alltäglichen Art mitten im Wald hatte sie nicht gerechnet.

Vor allem das überdimensionale Intimpiercing stach den verdutzten Wanderern ins Auge. Die Nacktwandererin, die in Begleitung eines bekleideten Herren war, hatte auch keinen Genierer, die Araburg in „Adams Gewand“ zu besichtigen.

„Einige Erwachsene haben ihren Kindern die Augen zugehalten und sie aufgefordert, nicht hinzusehen.“ Araburg-Wirtin Tanja Wilhelm

Araburg-Stüberl-Betreiberin Tanja Wilhelm schildert im NÖN-Gespräch: „Ich war an diesem Tag nicht im Lokal, aber die Dame hat bei meinem Mitarbeiter ein Ticket zur Burgbesichtigung erstanden, konsumiert hat sie aber nichts.“

Und wie haben da die anderen Kunden reagiert? „Einige Erwachsene haben ihren Kindern die Augen zugehalten und sie aufgefordert, nicht hinzusehen“, berichtet die Kaumberger Gastronomin.

Josef Halbwax war gerade im Araburg-Stüberl, als die Unbekleidete das Lokal betrat. „Sie fragte höflich, ob es stören würde“, erinnert er sich und meint: „Ich war baff. So was sieht man doch nicht alle Tage auf der Burg.“

Textilfreie Wandererin schon öfters aufgefallen

Bürgermeister Michael Wurmetzberger wurde von der NÖN über die außergewöhnliche Kaumberg-Touristin informiert und meint dazu: „Wenn jemand in FKK-Bereichen unbekleidet ist, habe ich kein Problem damit, in der Öffentlichkeit, wo auch Kinder unterwegs sind, finde ich so etwas eher pietätlos.“

Ist so etwas überhaupt erlaubt, unbekleidet in der Öffentlichkeit zu sein? „Man muss sich dann anschauen, ob es sich hierbei um eine Verwaltungsübertretung im Sinne der sogenannten Anstandsverletzung handelt oder ob, wenn zudem eine sexuelle Belästigung gesetzt wird, der Verdacht einer gerichtlich strafbaren Handlung vorliegt“, so ein Polizeibeamter.

Geldstrafe oder zwei Wochen Haft für "FKK-Ausflug"

„Eine Anstandsverletzung ist eine Verwaltungsübertretung und ist mit einer Geldstrafe bis zu 1.000 Euro oder mit Arrest bis zu zwei Wochen zu bestrafen“, erläutert der Lilienfelder Bezirkspolizeikommandant Michael Hochgerner.

In den letzten Jahren wurde mehrmals eine Nacktwandererin im Bezirk Lilienfeld gesichtet, so zum Beispiel am Radweg in St. Veit, im Blumengeschäft in Traisen und in der <strong>Türnitzer Falkenschlucht</strong> . 

Ob es sich dabei um dieselbe Dame handelt, konnte bis Redaktionsschluss nicht geklärt werden.

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