Autofahrer bedrohte Verkehrsrowdy mit "Leatherman". 44-Jähriger bedrohte mutmaßlichen Verkehrsrowdy mit einem Leatherman. Vor Gericht setzte es dafür Bewährungsstrafe.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 30. Mai 2019 (03:42)
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Symbolbild

Beim Autofahren rastete ein 44-Jähriger aus, in Lilienfeld drohte er einem anderen Verkehrsteilnehmer mit einem Leatherman in der Hand und sitzt deswegen nun vor dem Strafrichter.

„Er hat mich geschnitten. Da wollt’ ich ihm zeigen, dass ich mich zur Wehr setzen kann. Ich hab’ ihn gefragt, ob er sich vorstellen kann, was passiert, wenn ich meinen Leatherman einsetze“, erzählt der Angeklagte aus dem Bezirk Lilienfeld im Prozess am Landesgericht. Und er fügt hinzu: „Das war aber Notwehr, weil er auf mich zugestapft ist und mich blöd angegrinst hat. Da habe ich Angst vor ihm gehabt.“

„Er hat geschrien: Oida, i mach die nieda! Und er ist immer aggressiver geworden.“ Lilienfelder im Prozess über den Angeklagten

Völlig anderes berichtet das Opfer vor Gericht. „Ich war nicht aufgebracht, ich bin nach Hause gefahren. Er ist mir nach, ist dann aus dem Auto gehüpft. Ich bin ihm entgegengetreten. Er hat geschrien: Oida, i mach die nieda! Und er ist immer aggressiver geworden“, schildert der Lilienfelder.

Und dessen Ehefrau erzählt: „Der Angeklagte hat schon davor im Auto heftig gestikuliert, Faust und Stinkefinger gezeigt.“

Was der 44-Jährige zur Aussage des mutmaßlichen Opfers sagt? „Was er sagt, entspricht nicht ganz der Wahrheit“, erklärt er.

Schuld steht für den Richter fest. „Ich sehe keine Notwehr“, meint dieser und verurteilt den bislang unbescholtenen 44-Jährigen wegen gefährlicher Drohung zu zwei Monaten bedingt verhängter Freiheitsstrafe.

„Es war wahrscheinlich eine wechselseitig erhitzte Angelegenheit. Mit dem Einsatz des Leatherman mit der Spitze voraus ist aber eine Grenze überschritten. Das ist schwere Schuld“, so der Richter bei der Urteilsbegründung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.