Arzt-Suche im Bezirk Lilienfeld mit neuem Plan. Den Ort für seine Niederlassung darf Kinderarzt nun bezirksweit frei wählen.

Von Markus Zauner. Erstellt am 27. Mai 2020 (05:49)
Symbolbild
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Die schlechte Nachricht zuerst: Auch der x-te Ausschreibungsversuch, um die einzige Kassenstelle für Kinder- und Jugendheilkunde im Bezirk zu besetzen, ist erneut ohne einen einzigen Bewerber zu Ende gegangen. Vakant ist der Posten seit Anfang 2017.

Ort nicht mehr auf Bezirkshauptstadt eingeschränkt

Nun versucht man, mit einem neuen Plan zum Erfolg zu kommen. „Wir haben gemeinsam entschieden, die Ausschreibungsbedingungen zu ändern“, bringt Barbara Mann von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) das Ergebnis des jüngsten Stellenplangesprächs mit der NÖ Ärztekammer auf den Punkt.

Konkret wird die Ausschreibung der Stelle ab 15. Juni auf den gesamten Bezirk Lilienfeld ausgeweitet. „Das bedeutet, Interessenten müssen sich nicht in der Stadt Lilienfeld niederlassen, sondern können den Ort ihrer Niederlassung im Bezirk Lilienfeld frei wählen“, präzisiert Mann.

Die ÖGK sei „zuversichtlich, dadurch Bewerber zu finden“. Gleich wie bei allen zuletzt im Sand verlaufenen Ausschreibungen bleiben übrigens die Mindestordinationszeiten von zehn Stunden an zwei Tagen pro Woche.

„Wir sind zuversichtlich, dadurch Bewerber zu finden.“ÖGK-Sprecherin Barbara Mann zu den geänderten Ausschreibungsbedingungen

Skeptischer als die ÖGK-Sprecherin zeigt sich Bezirksärztevertreter Richard Friewald. An den nicht idealen Rahmenbedingungen für niedergelassene Kinderärzte habe sich kaum etwas geändert. Die Bezahlung sei trotz der Tariferhöhungen weiterhin „nicht besonders rosig“, konstatiert Friewald. Dazu komme dann noch das Risiko der Selbstständigkeit.

Der Verlegung der vakanten Kinderarzt-Stelle von Lilienfeld in einen anderen Ort im Bezirk erteile er als Ärztevertreter allerdings die nötige Zustimmung, sofern die Lage einigermaßen zentral sei. „Wenn man einen Kinderarzt findet, wird es den Leuten egal sein, wo sie hinfahren müssen. Hauptsache, wir hätten nach so langer Zeit wieder jemanden“, begründet Friewald.

Lilienfelds Bürgermeister Wolfgang Labenbacher verweist im Zuge der Kinderarzt-Suche auf die Bezirkshauptstadt als „zentralen Ort im Bezirk“, der auch über das Landesklinikum in unmittelbarer Nähe verfüge. Und Labenbacher versichert die volle Unterstützung der Stadtgemeinde, falls ein Kinderarzt wieder in Lilienfeld seine Zelte aufschlagen wolle.

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