„Lolita“ steht vor dem Abbruch. Ehemaliges Flüchtlingsquartier in Lilienfeld wird ab 7. September geschleift. Am Areal setzen Gemeinde und WET das Projekt „Junges Wohnen Lilienfeld“ um. Baurechtsvertrag vereinbart.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 22. Juli 2020 (04:21)
Vizebürgermeister Manuel Aichberger, Gemeinderätin Jenny Wallner, Gemeinderat Roland Illmeyer und Bürgermeister Wolfgang Labenbacher (v. l.) griffen symbolisch zu Besen und Schaufel, um den Abbruch des markanten Gebäudes einzuläuten.
Stadtgemeinde

Bis 1980 war es ein Hotel, benannt nach einer bekannten St. Pöltner Sängerin, später diente es fast 40 Jahre als Asylquartier, vor einigen Monaten wurde es von der Stadtgemeinde gekauft: die „Lolita“ in der Jungherrntalstraße. Nun wurde der gänzliche Abbruch des Gebäudes an die Firma Marchart GmbH aus Karlstetten vergeben. Die Kosten dafür betragen 63.600 Euro. „Ein Umbau der vorhandenen Bausubstanz ist weder bauphysikalisch und wärmetechnisch noch von der gegebenen Raumaufteilung ökonomisch sinnvoll“, sagt Bürgermeister Wolfgang Labenbacher.

Mit 7. September soll die Schleifung beginnen. Die Vorarbeiten bezüglich Trennung der Leitungen von Strom, Gas und Wasser sind im Laufen. In der Folge wird am Gelände das Projekt „Junges Wohnen Lilienfeld“ umgesetzt (die NÖN berichtete). Die Gemeinnützige Wohnbaugesellschaft m.b.H. (WET) wird 12 Wohneinheiten errichten. Die Basis dafür bildet der in der letzten Gemeinderatssitzung einstimmig beschlossene Baurechtsvertrag zwischen Stadtgemeinde und WET. „Die WET leistet einen Baurechtszins in Höhe von 47.600 Euro, der für den Abbruch verwendet wird“, erklärt der Bürgermeister.

Zusätzlich wurde von der Vermessung Schubert ZT GmbH ein Teilungsplan erstellt. Dieser sieht die Änderung des bestehenden Grundstückes in zwei neue Parzellen vor. Die oberhalb der „Lolita“ gelegene Fläche mit 2.810 Quadratmetern ist Wald und bleibt bei der Gemeinde. Die neue Bauparzelle mit der Nummer 31/3 und einer Fläche von 2.346 Quadratmetern (Widmung Bauland Kerngebiet und eine kleine Teilfläche als Grünland Forst) wird auf 70 Jahre der WET ins Baurecht gegeben.

Ein wesentlicher Punkt war eine Präambel zum Baurechtsvertrag. „Wohnen ist zentraler Bestandteil des Lebens, er soll aber nicht der am meisten belastende sein“, betont Vizebürgermeister Manuel Aichberger. Mit der Förderschiene „Junges Wohnen“ rücke das Land Niederösterreich die jungen Leute in den Fokus und unterstütze den Bau von Wohnungen speziell für ihre Bedürfnisse, so Aichberger.

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