100 Überstunden wurden nicht bezahlt . Erst Intervention verhalf Frau zu 2.500 Euro. Insgesamt wurden heuer schon 187.675 Euro für Arbeitnehmer erreicht.

Von Markus Zauner. Erstellt am 30. August 2017 (05:55)
 
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Schindluder betreibt so manch Arbeitgeber. Einen besonders dreisten Fall brachte die Arbeiterkammer-Bezirksstelle Lilienfeld im Rahmen der Präsentation der AK-Halbjahresbilanz ans Tageslicht.

„Knapp ein Jahr hatte eine Frau in der Gastwirtschaft gearbeitet, als sie sich entschied, den Betrieb zu verlassen. Bei der Abrechnung dann die böse Überraschung: Nicht nur, dass mehr als 100 geleistete Überstunden nicht abgegolten worden waren — die Chefin hatte sich auch um die Bezahlung der Feiertagsdienste gedrückt“, schildert Burkhard Eberl, der Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer (AK) Lilienfeld.

„Einige Arbeitgeber haben es auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen“, so Eberl.
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Dem nicht genug: Auch eine Woche Urlaub, welche die Arbeitnehmerin noch offen hatte, fand nicht den Weg in die Endabrechnung. Insgesamt beliefen sich die Ansprüche auf fast 2.500 Euro, rechnet die AK vor.

Dafür, dass die Frau nicht durch die Finger schaute, sorgte die Intervention der Interessenvertretung, sie forderte den ausstehenden Lohn ein. „Eine Reaktion des Betriebes ließ auf sich warten. Am Ende blieb nur der Weg vor das Arbeitsgericht, um der Dienstnehmerin zu ihrem Recht zu verhelfen“, bedauert Eberl.

Dreister Fall leider keine Einzelheit

Der geschilderte Fall ist nur einer von mehreren. „Leider haben es einige Arbeitgeber auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen lassen“, analysiert Eberl zur Halbjahresbilanz. Letztlich klagte die AK Lilienfeld bis dato in 20 Fällen zugunsten der Arbeitnehmer vor dem Arbeitsgericht. Insgesamt bekamen die Betroffenen durch die Unterstützung der AK 187.675 Euro an ausstehenden Löhnen und Gehältern nachbezahlt.