Aktion „Reparaturbonus NÖ“: Nachfrage variiert stark. Hainfelder Firma ortet gute Akzeptanz, wenig los in Traisen.

Von Gila Wohlmann und Markus Zauner. Erstellt am 15. Oktober 2019 (03:20)
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Christoph Hollaus und Christian Buxhofer (v. l.) von der Elektrotechnik Posch GmbH in Traisen zählen zu den Betrieben im Bezirk, die sich an der Aktion „Reparieren statt wegwerfen“ beteiligen.

In einer Zeit, in der Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird, kommt dem Thema „Reparieren statt wegwerfen“ eine immer wichtigere Bedeutung zu. Das Land Niederösterreich hat dazu die Aktion „Reparaturbonus NÖ“ ins Leben gerufen, die Haushalte bei der Reparatur von Elektrogeräten mit maximal 50 Prozent der Bruttokosten (höchstens 100 Euro) unterstützt.

Die Firma Farcher in Hainfeld, die sich beteiligt, hat bereits positive Erfahrungen gemacht. „Bei uns wird die Aktion von Kunden durchaus gut angenommen. Die meisten wissen darüber selber Bescheid, da sie es ja online einreichen müssen. Einige Kunden weisen wir aber auch darauf hin“, gibt Firmenchef Reinhard Farcher Auskunft. Der Trend, zu reparieren, werde mehr — sei es nun Waschmaschine, E-Herd oder Wäschetrockner. Und: „Man merkt den zunehmenden Klimaschutzgedanken in der Bevölkerung. Die Zahl jener, die Billigprodukte kaufen, nimmt ab. Die Leute setzen auf Qualität und Geräte, für die es Ersatzteile gibt. Auch das Leasen von hochwertigen Geräten wird beliebter“, weiß Farcher.

Andere Erfahrungen als die Hainfelder Firma hat Christian Buxhofer, Geschäftsführer der in Traisen ansässigen Firma Posch, gemacht: „Da die Aktion erst seit Juli 2019 läuft, ist die Nachfrage noch nicht sehr hoch.“ Auffallend sei aber, dass dem Motto „Reparieren statt wegwerfen“ verschiedene Altersschichten folgen, stellt Buxhofer fest: „Es gibt junge Käufer, die genauso reparieren lassen wie die ältere Generation.“

In eine ähnliche Kerbe schlägt in Eschenau Thomas Wald: „Derzeit haben Kunden die Aktion bei mir noch nicht genutzt, sie ist noch zu wenig bekannt.“ Seine spannende Beobachtung: „Mir ist aufgefallen, dass bei vielen Leuten nicht zwingend das Gerät kaputt, sondern eher etwas falsch eingestellt ist.“

Gute Akzeptanz auf Landesebene

Einig sind sich die drei heimischen Betriebe: Der Elektrobonus sei auf jeden Fall „eine gute Sache“. Mit dieser Meinung sind sie in bester Gesellschaft mit VP-Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf: „Die Reparatur von defekten Geräten stellt eine umweltfreundliche Alternative zu einem Neukauf dar. Sie trägt wesentlich zur Abfallvermeidung und somit auch zum aktiven Klimaschutz bei.“ Die Förderung solle niederösterreichische Haushalte direkt bei der Reparatur von defekten Elektrogeräten unterstützen sowie ein Impuls für die Reparaturbetriebe sein.

Landesweit verweist Wolfgang Ecker, der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Niederösterreich, auf eine erfreuliche Resonanz: „Der Reparaturbonus wird sehr gut angenommen. Es gibt großes und reges Interesse. Und auch das Feedback zur Aktion an sich und zur Idee dahinter – Dinge eben nicht einfach wegzuwerfen, sondern auf Reparaturen zu setzen – ist außerordentlich gut.“

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