Lilienfeld , St. Aegyd am Neuwalde

Erstellt am 06. November 2018, 04:24

von Markus Zauner und Corina Berger

Aufräumen nach dem Sturm. Schäden im Forst beachtlich. FF und EVN bei Sturmeinsätzen gefordert. Glück bei Unfall in Kaumberg.

Nach dem Sturm der Vorwoche, der auch im Bezirk Lilienfeld getobt hat, wurden die ersten Schäden bereits inspiziert, so auch am Anwesen von Landeskammerrat Daniel Heindl (links) in St. Aegyd. Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes, Bezirksbauernkammer-Obmann Reinhold Mader und der Vorsitzende des Ortsbauernrates, Josef Eder (ab 2. von links), kamen zum Lokalaugenschein.  |  LK NÖ/Franz Gleiß

Entwurzelte Bäume, abgebrochene Äste, beschädigte Stromleitungen und Trafostationen: Nach dem Sturm in der Nacht zum 30. Oktober hieß es im Bezirk in den Folgetagen Aufräumen — ein Aufräumen, das speziell in den Wäldern sogar noch länger andauern wird.

Einen Eindruck von den Sturmschäden im Forst vermittelt dieses inSt. Aegyd aufgenommene Bild.  |  LKNÖ/Franz Gleiß

Das bestätigt Landeskammerrat Daniel Heindl. Drei Viertel seines 260 Hektar großen Forstes in St. Aegyd sind vom Sturm in Mitleidenschaft gezogen worden. „Es gibt Einzelwürfe bis hin zu flächigen Würfen“, schildert Heindl als ein betroffener Waldbesitzer im Bezirk. Allein bei ihm seien an die 1.500 Festmeter Holz und alle Baumarten betroffen.

Im Dauereinsatz stand auch die FF St. Aegyd Markt

Auf der B 23 zwischen Terz und Lahnsattel blockierten beispielsweise mehrere entwurzelte beziehungsweise abgebrochene Bäume die Straße. Mit Motorsägen wurde diese freigeschnitten. Während der Arbeiten kam es zu einer Totalsperre der B 23. Straßensperren wegen umgestürzter Bäume gab es auch andernorts im Bezirk — etwa auf der L 102 und der L 5213 im Bereich Türnitz .

Glimpflich ging dieser Unfall in Kaumberg aus. Eine Frau war mit ihrem Auto gegen einen umgestürzten Baum gekracht.  |  Halbwax/FF Kaumberg

Riesenglück hatte eine junge Pkw-Lenkerin aus Kaumberg : Sie krachte um 3.30 Uhr in Untertriesting gegen einen durch den Sturm umgestürzten Baum. Am Fahrzeug entstand erheblicher Sachschaden, die junge Frau blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Die FF Kaumberg machte die Straße wieder passierbar.

Viermal musste die FF Wiesenfeld ausrücken. Die Einsatzserie begann um 4.47 Uhr mit der Alarmierung „Baum über Straße“ in Steinwandleiten. Vor Ort wurde der umgestürzte Baum mithilfe eines Traktors des nahe liegenden Landwirtes von der Straße entfernt und die gesperrte Straße gereinigt.

Wieder sicher an ihren Platz gebracht, wurde von der FF Wiesenfeld eine kurzzeitig lose Schwimmbadüberdachung.  |  Planer

Kaum war dieser Einsatz beendet, galt es, einen Baum auf der Bahntrasse in der Kalkmühle zu entfernen. Er war über den Radweg gestürzt und kam am Bahndamm zu liegen. Um 8.02 Uhr die nächste Alarmierung: Grund war eine Schwimmbadüberdachung, welche im Nachbargarten lag und auf die Straße zu stürzen drohte.

Die EVN hatte mit Bäumen zu kämpfen, die in Hochleitungen gekracht waren.  |  EVN

Der letzte Sturmeinsatz des Tages rief die Kameraden in die Schwarzenbachstraße. Hier landeten zwei Bäume aus dem angrenzenden Wald auf einem Hausdach. Besonders gefährlich: Eine Entfernung war erst nach Stromabschaltung möglich, weil die Bäume auch auf der Stromleitung lagen. . .

Vollen Körpereinsatz der Wiesenfelder Florianijünger forderten die Sturmeinsätze, darunter auch das sichere Entfernen zweier umgestürzter Bäume in Schwarzenbach.  |  Planer

Einer der Hotspots für die EVN (Netz Niederösterreich) Traisen, deren Monteure alle Hände voll zu tun hatten, um Stromausfälle aufgrund beschädigter Stromleitungen zu beheben, war neben der Gemeinde St. Aegyd mit den Ortschaften Gscheid und Ulreichsberg auch der Raum Türnitz mit den Bereichen Stelzergraben und Traisenbachrotte. „Am Dienstag, gegen 21 Uhr, war die Stromversorgung bis auf einzelne Ausnahmen wieder hergestellt“, berichtet EVN-Chef Thomas Krupicka. Bis zu 1.000 Haushalte im Einsatzgebiet der EVN Traisen, das auch Teile des Pielachtals und Randbereiche der Steiermark umfasst, seien durch den Sturm zeitweilig ohne Strom gewesen, rechnet Krupicka vor.