Coronakrise sorgt für Unsicherheit im Tourismus. Saisonstarts wegen Coronakrise fraglich. Vorbereitung für Beginn im Mai läuft vielerorts.

Von Markus Zauner. Erstellt am 01. April 2020 (04:33)

 Touristische Attraktionen gibt es in heimischen Gefilde zur Genüge. Allein wann sie heuer aufgrund der Coronakrise in die Sommersaison starten dürfen, ist unklar. Die NÖN hörte sich um, wie die großen Tagesausflugsziele im Bezirk planen.

Die Linie der Gemeindealpe Mitterbach ist klar. „Wir treffen alle Vorbereitungen und führen alle Arbeiten – soweit aufgrund der Ausgangsbeschränkungen möglich – durch, um einen Saisonstart am 15. Mai zu ermöglichen“, informiert NÖVOG-Sprecherin Katharina Heider-Fischer. Die Entscheidung darüber, wann der Saisonstart tatsächlich stattfinde, treffe freilich die Bundesregierung.

„Vor Ausbruch der Coronakrise waren es im Bezirk 120 Arbeitgeberbetriebe, deren Tätigkeitsschwerpunkt in der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft liegt.“ Tourismusobmann Manuel Aichberger

Die Gemeindealpe beschäftigt im Schnitt ganzjährig 20 Mitarbeiter. Aufgrund der Coronakrise plane man keine Reduktion des Personalstandes, lässt Heider-Fischer mit positiven Neuigkeiten aufhorchen.

Nach jetzigem Stand glaube er nicht, den geplanten Saisonstart beim Eibl-Jet in Türnitz mit Ende April einhalten zu können, betont Bürgermeister Christian Leeb. „Das tut natürlich sehr weh“, weiß der Ortschef um die Einbußen für den Tourismus.

In Abwarteposition befindet sich auch der Muckenkogel-Lift in Lilienfeld . Vorgesehen wäre der Start ins Wandervergnügen eigentlich am 1. Mai, verrät Lifte-Geschäftsführer Christian Buxhofer. Aufgrund der Coronakrise stehe der Zeitpunkt für die Aufnahme des Liftbetriebes aktuell allerdings „in den Sternen“.

Ein Hotspot im Sommertourismus ist Annaberg — mit der Ötscherbasis in Wienerbruck und der im Vorjahr neu bei den Annaberger Liften gebauten Zipline, der längsten Seilrutsche Niederösterreichs. „Geplanter Start für die Sommersaison war ursprünglich der 15. Mai. Aus heutiger Sicht kann dieser Termin nicht gehalten werden. Wann es tatsächlich losgeht, werden wahrscheinlich die nächsten Wochen zeigen“, gibt Lifte-Chef Karl Weber Auskunft. Vorgesehen sind im Sommerbetrieb in Summe 23 Mitarbeiter, 17 beim Lift, sechs in der Gastro „Anna-Alm“. „Wir versuchen jedenfalls alles, unsere Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Die Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital“, betont Weber auf NÖN-Anfrage.

Ob der geplante Saisonstart am 1. Mai erfolgen könne, liege in den Händen der Regierung, weiß Florian Schublach von der Ötscherbasis: „Wir bemühen uns, vorbereitet zu sein.“ Unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften gehe man daher ans Herrichten der Wanderwege.

Ein Blick zum Marketing: „Der Großteil der Bewerbung erfolgt online. Diverse Einschaltungen, Inserate und Radiospots konnten nach hinten verschoben werden. Der Druck der Prospekte konnte noch gestoppt werden, wodurch uns Einstampfen und damit Ressourcenverschwendung erspart bleiben“, klärt Karl Weber für die Annaberger Lifte auf. Die NÖVOG will im Sinne der Nachhaltigkeit indes bereits fertige Werbemittel nicht neu drucken lassen. Denn: „Das Einzige, was sich möglicherweise aufgrund der Entscheidungen der Bundesregierung ändert, ist das Datum des Saisonstarts“, betont Katharina Heider-Fischer.

Mit voller Wucht bereits getroffen hat die Coronakrise den Weißen Zoo in Kernhof . Nach mehrmonatiger Winterpause sollte mit Ende März der Sommerbetrieb starten. Statt der Öffnung gibt es nun aber nur eine Stornowelle von Besuchsgruppen und derweil keine Gäste. Zurück bleiben hohe Kosten für Versorgung, Pflege und Fütterung der Tiere, unter ihnen die berühmten weißen Tiger. Herbert Eder vom Weißen Zoo bittet daher um Spenden (Weißer Zoo; Kontonummer: AT513244 700005013867), freut sich aber gleichzeitig über die angelaufene Hilfswelle, die auch spontane Sachspenden in Form von Heu, Äpfeln, Fleisch und Karotten beinhaltet.

Tourismus: 602 Beschäftigte im Bezirk

Die wichtige Rolle, die der Tourismus in heimischen Gefilden einnimmt, bringt Manuel Aichberger, der Obmann des Tourismusverbandes Traisen-Gölsental, im NÖN-Gespräch auf den Punkt: „Vor Ausbruch der Coronakrise waren es im Bezirk Lilienfeld 120 Arbeitgeberbetriebe, deren Tätigkeitsschwerpunkt in der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft liegt — mit insgesamt 602 unselbstständig Beschäftigten.“

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