Das Machtgefüge bleibt gleich. Die ÖVP hält im Bezirk Lilienfeld weiter bei neun Bürgermeistersesseln, die SPÖ bei fünf. FPÖ erleidet bezirksweit ein Debakel.

Von Markus Zauner, Astrid Krizanic-Fallmann und Gila Wohlmann. Erstellt am 26. Januar 2020 (21:36)
ÖVP-Bezirkschef Karl Bader und Vizeortschefin Anna Klinger analysierten die Ergebnisse in Rohrbach.
Steyrer

Die Volkspartei verteidigt bei den Gemeinderatswahlen am Sonntag alle neun Bürgermeistersitze. Und zwar in Annaberg, Eschenau, Kaumberg, Kleinzell, Lilienfeld, Mitterbach, Rohrbach, Türnitz und Ramsau. Wobei es den Türkisen in letzterer Gemeinde mit Spitzenkandidatin Gertraud Steinacher gelingt, die bei der Neuwahl 2016 verlorene absolute Gemeinderatsmehrheit zurückzuerobern.

Für ihn komme das Ergebnis in Ramsau nicht überraschend, sagt ÖVP-Bezirksparteiobmann Karl Bader: „Gertraud Steinacher und ihr Team haben für Ruhe und hervorragende Arbeit gesorgt, obwohl es massive Angriffe gegeben hat.“ Generell sei das bezirksweite Plus von zehn ÖVP-Mandaten gegenüber 2015 ein „großartiges Ergebnis“ und die „nächste Stärkung der Volkspartei“, freut sich Karl Bader.

SPÖ-Bezirkschef Albert Pitterle (Mitte), Stadtrat Johann Schildbeck und Vizeortschef Andreas Klos verbrachten den Wahltag in Hainfeld.
zVg

Die Sozialdemokraten stellen auch nach dem Wahlsonntag wieder fünf Bürgermeister in Hainfeld, St. Veit, Traisen, Hohenberg und St. Aegyd. Mit insgesamt 99 Mandaten bleibt die SPÖ zweitstärkste Kraft hinter den Türkisen. „Einen bezirksweiten Trend kann ich nicht erkennen. Jede Gemeinde ist individuell“, meint SPÖ-Bezirkschef Albert Pitterle zum Bezirksergebnis. Besonders freut Pitterle unter anderem das Abschneiden in Traisen. Dort habe es endlich wieder eine Trendwende gegeben. „Jetzt sind die Sozialdemokraten in Traisen wieder dort, wo sie hingehören“, urteilt Pitterle.

„Gertraud Steinacher und ihr Team haben für Ruhe und hervorragende Arbeit gesorgt, obwohl es massive Angriffe gegeben hat.“ Karl Bader, ÖVP-Bezirkschef

Schwere Verluste erleiden die Freiheitlichen, die zukünftig nur mehr in den Gemeinderäten von Hainfeld, Kaumberg, Kleinzell, Traisen und Türnitz vertreten sind. FPÖ-Bezirksparteiobmann Christian Hafenecker zerknirscht: „Das Image der FPÖ ist durch die bundespolitische Komponente mit Ibiza angeschlagen, unsere neuen und sehr jungen Kandidaten konnten daher nicht reüssieren.“ Nichtsdestotrotz gäbe es eine „kompakte, motivierte Bezirksgruppe“, die weiterarbeiten würde, so Hafenecker.

Die Grünen schaffen bei insgesamt zwei Kandidaturen in Hohenberg und Annaberg nur in letzterer Gemeinde den Einzug ins Gemeindeparlament. Gar nicht erst angetreten sind bezirksweit die NEOS.

Erfolgreichste Bürgerliste mit insgesamt fünf Mandaten ist jene von Frontmann Stefan Steinacher in Ramsau, gefolgt von der erstmals angetretenen Bürgerliste „Unser St. Aegyd — Mut zu Neuem“, die in St. Aegyd einen Gemeinderatssitz einfährt. Leer geht die APÖ aus, die in St. Veit den Einzug ins Gemeindeparlament verpasst.

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