Disput um einen Wasserschacht endete in Prügelei. Im Disput um einen Wasserschacht gerieten sich zwei Nachbarn in die Haare. 71-Jähriger kassierte vor Gericht bedingte Strafe, 68-Jähriger muss Geldstrafe berappen.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 07. Mai 2019 (04:00)
NOEN, Pixabay

„Ich hab’ sonst noch nie mit ihm Schwierigkeiten gehabt“, sagt ein 68-Jähriger aus dem Bezirk über seinen Nachbarn (71). Im Streit um einen Wasserschacht gerieten die Männer aneinander, verletzten sich laut Staatsanwaltschaft gegenseitig und sitzen nun vor einer Strafrichterin.

Geständig sind beide nicht. „Stangen hat er mir auf den Rücken geworfen, da bin ich niedergefallen. Als ich wieder auf bin und mich umdreh’, schlägt er mit einem Holzstück her. ‚Verbrecher!‘, hat er gesagt. Ich hab’ ihn zurückgestoßen. Dadurch ist er aber nicht umgefallen. Ich hab’ dann g’sagt, dass ich die Polizei rufen werde. Da hat seine Frau drauf g’sagt, dass sie das schon gemacht hat“, so der 71-Jährige im Prozess am Landesgericht. Abschürfungen erlitt er.

„Über sein eigenes Klumpert ist er gefallen“

Wie der 71-Jährige sich einen Oberschenkelbruch seines Kontrahenten erklärt? „Über sein eigenes Klumpert ist er gefallen“, weist er Schuld von sich.

Unrechtes getan haben will auch der 68-Jährige nicht. „Was er sagt, das stimmt gar nicht“, sagt er über den Mitangeklagten und berichtet seine Version des Geschehens.

„Schön gekleidet ist er dahergekommen, hat g’schimpft, aufgerieben und ist auf mich zu. In meiner Angst hab’ ich ihm einen Sessel vor die Füße geworfen, um abzuwehren. Dann hat er mich gestoßen. Ich bin hingefallen, das war ein ordentlicher Schmerz. Zum Schluss ist er auch noch über mich d’rübergestiegen“, berichtet der 68-Jährige völlig aufgebracht.

Die Richterin spricht beide (nicht rechtskräftig) schuldig. Fünf Monate bedingt setzt es wegen schwerer Körperverletzung für den 71-Jährigen. 1.000 Euro Geldstrafe muss der 68-Jährige berappen, weil er den Kontrahenten misshandelt und fahrlässig verletzt hat.