E-Learning wird verbessert. Eine herausfordernde Situation bringt der Unterricht zu Hause für Schüler, Lehrer als auch Eltern.

Von Gila Wohlmann, Eva Steyrer und Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 25. März 2020 (03:26)
pixabay.com

Auch wenn es mitunter einige Kinder und Jugendliche anfänglich glaubten, Corona bringt keine zusätzliche Ferienzeit: Unterricht daheim ist angesagt. Nur ganz wenige Kinder, wo es keine Betreuungsmöglichkeit gibt, werden weiter in der Schule unterrichtet, so wie in Hohenberg. „Wir haben in Hohenberg nur einen Erstklassler in der Schule, der Rest lernt daheim“, informiert Theresia Platzer, Direktorin der Neuen Mittelschulen Hohenberg und St. Aegyd . „Das E-Learning läuft, wenn auch nicht immer perfekt“, stellt sie zur neuen Unterrichtsform fest. Was sie bedauert ist, „dass es nicht mehr ausreichend Zeit gab, die Erstklassler auf das E-Learning einzuschulen“.

An der Neuen Mittelschule Hainfeld gibt es derzeit im Unterricht keine Schüler im Schulgebäude. Das E-Learning wird von den Lehrern unterschiedlich organisiert. Manche Lehrer arbeiten gemeinsam an eigens eingerichteten Lernplattformen zusammen, andere nutzen Apps oder Tools wie „SchoolFox“ zur Onlinezusammenarbeit oder greifen auf bestehende Plattformen zurück. Auch selbst gedrehte Lernvideos gehören zu den Unterrichtsmitteln. Aufgrund der Vielzahl an Zugriffen, besonders am Vormittag, kommt es bei den Plattformen der Schulbuchverlage vereinzelt zu Serverauslastungen und Ausfällen.

„Große Probleme gab es zwar nicht, wobei es für Familien herausfordernd sein kann, wenn mehrere Personen zur selben Zeit nur auf einen Computer zurückgreifen können“, weiß Direktorin Silvia Werdenich und betont: „E-Learning erfordert ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Selbstorganisation sowie Mithilfe der Eltern.“ Gerade Letzteres kann für arbeitende Eltern anstrengend sein. Zur Verbesserung werden nun Lerninhalte noch strukturierter aufbereitet und, sofern machbar, wird auf ressourcenschonende und interaktive Lösungen zurückgegriffen werden. Auch auf die Motivation der Schüler soll noch weiter eingegangen werden.

E-Learning erfordert ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Selbstorganisation sowie Mithilfe der Eltern.“ Silvia Werdenich, Direktorin der Neuen Mittelschule Hainfeld

„Es funktioniert besser als erwartet“, sagt indes Direktor Johann Atzinger von der Landesberufsschule Lilienfeld über den Austausch zwischen Lehrern und Jugendlichen auf der eigenen eingerichteten Plattform.

An der Volksschule Traisen wird das Unterrichtsmaterial in den meisten Fällen über Arbeitsblätter und Bücher an die Schüler weitergegeben. E-Learning gibt es nicht. „Die Lehrer stehen ständig über Telefon, Mail, ,SchoolFox‘ in Kontakt mit den Eltern. Als Direktorin bin ich jeden Tag in der Schule anwesend, auch eine Lehrerin macht immer Journaldienst, um mögliche Fragen zu klären“, sagt Elisabeth Höhnl, Direktorin der Volksschule Traisen sowie der allgemeinen Sonderschulen Traisen und Hainfeld. In der Volksschule Traisen wird im Moment nur ein Schüler direkt in der Schule unterrichtet. Was sie freut: „Die Kontaktaufnahme mit den Eltern klappt sehr gut.“