E-Mobilität Im Alltag: Auf Achse immer unter Strom. Wie es sich mit drei der knapp 1.000 angemeldeten E-Autos in der Region fährt, erzählen langjährige Nutzer.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 16. Juli 2019 (03:08)

934 Elektro-Fahrzeuge sind derzeit in St. Pölten und im Bezirk zugelassen, im Bezirk Lilienfeld nur 86. Wie es sich im Alltag so fährt und was den Fortschritt noch bremst, erzählen drei langjährige Nutzer. Schon länger elektrisch unterwegs sind der Abteilungsleiter im Magistrat St. Pölten Erwin Ruthner, der Ober-Grafendorfer Unternehmer Wolfgang Stix und Luxbau-Geschäftsführer Andreas Ranftl aus Michelbach.

Als Energiebotschafter ist der Michelbacher Andreas Ranftl seit neuen Jahren rein elektrisch unterwegs. Mit dem ersten Pkw hatte er 100 Kilometer Reichweite, sein jetziger BMW i3 schafft 200 Kilometer. Für ihn spielt der ökologische Aspekt vor Ort die entscheidende Rolle, abgesehen von der Herstellung. „Jeder kann das selbst probieren: Stellen Sie sich eine Stunde mit laufendem E-Motor in eine geschlossene Garage und eine Stunde mit einem Verbrennungsmotor. Da merkt man, was ich mit ökologischem Aspekt meine“, sagt Ranftl, der auch den Fahrkomfort der E-Autos schätzt.

„Man muss sich einfach umstellen“

Als „Elektro-Purist“ sieht er keine Nachteile. „Man muss sich einfach umstellen“, erklärt er: Gerade im Winter fahre man sowieso nur kurze Strecken. Statt in den Urlaub zu fahren, können auch die Hauspisten genutzt werden. „Nach Annaberg kann man mit dem Zug anreisen“, meint Ranftl. Luxbau stellt seinen Mitarbeitern eine gratis Lademöglichkeit zur Verfügung. Um die Alltagstauglichkeit unter Beweis zu stellen, fährt Ranftl regelmäßig E-Challenges mit.

Erwin Ruthner fährt seit zwei Jahren im E-Auto des Magistrats. „Interesse dafür war schon vorher da. Ich habe dann gesagt, es wäre nicht schlecht, wenn wir ein E-Auto in der Stadt hätten“, berichtet Ruthner. Besonders im Stadtverkehr zeigt er sich ob der Spritzigkeit und Wendigkeit zufrieden mit seinem BMW i3. An die starke Beschleunigung musste er sich allerdings erst gewöhnen. Privat wäre für ihn ein E-Auto nur als Zweitwagen denkbar, bei Urlaubsfahrten greift er lieber auf ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zurück. Die Reichweite der E-Fahrzeuge sieht Ruthner nach wie vor als Nachteil.

Dazu hat er selbst eine Anekdote: „Ich war auf dem Weg nach Wien, hatte mir angesehen, wo ich aufladen wollte. Als ich hinkam, waren alle Ladestationen belegt. Als ich dann zur nächsten kam, war die kaputt. Da wurde ich schon ein bisschen nervös.“ Die vielen unterschiedlichen Anbieter von Ladestationen mit unterschiedlichen Bezahlsystemen sieht er als weiteren Nachteil.

Eingefleischter E-Auto-Fan ist der Ober-Grafendorfer Unternehmer Wolfgang Stix. Einen Renault Kangoo nutzt sein Haustechniker bei Styx Naturcosmetic seit sieben Jahren für kürzere Fahrten. „Gerade auf Kurzstrecken ist der Ausstoß von Stickoxiden bei Verbrennungsmotoren sehr hoch, weil der Motor gar nicht warm wird. Darum haben wir uns damals für unser erstes E-Auto entschieden“, erklärt Stix. Auch ein Renault Twizy steht für die Mitarbeiter zur Verfügung.

Stix selbst fährt seit zwei Jahren einen Tesla. 60.000 Kilometer hat er damit bisher zurückgelegt. „Ich bin wirklich sehr zufrieden. Einziger Nachteil ist die Verringerung der Reichweite im Winter. Ab minus zehn Grad geht die Batterieleistung um bis zu 20 Prozent zurück“, erklärt der Unternehmer.

Aufgeladen wird das Fahrzeug über die Photovoltaik-Anlage am Firmengelände. Die Ladein frastruktur sei mittlerweile so gut ausgebaut, dass Stix auch längere Strecken gerne mit dem E-Auto zurücklegt. „Das Navigationsgerät gibt mir die Strecke mit den Super-Chargern vor“, erklärt Stix. Er mache Stopps von etwa 15 Minuten mit Kaffee und Klopause, dann ist das Fahrzeug für die nächsten Kilometer bereit. Überzeugt haben Stix die geringen Wartungskosten. Nach 40.000 Kilometern war das erste Service fällig. Gekostet hat dieses 500 Euro. „Es gibt fast keinen Verschleiß, gebremst wird fast nur über Rückgewinnung.“

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