Erdbeben in Türnitz war eine Rarität . Seit 1995 wurden im Bezirk 16 „Mini-Erdbeben“ registriert, die stärkste Erschütterung gab es 1902.

Von Markus Zauner. Erstellt am 22. September 2017 (05:21)
NOEN, Andrey VP /shutterstock.com
„Generell ist der Bezirk Lilienfeld ein seismisch eher ruhiges Gebiet“, so der Erdbebendienst der ZAMG. Einige Beben gab es dennoch. Wahrnehmungsberichte sind über das Internet-Wahrnehmungsformular unter www.zamg.ac.at/bebenmeldung erbeten.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien gab (nach Redaktionsschluss der letzten Ausgabe) die Messung eines leichten Erdbebens vier Kilometer südöstlich von Türnitz bekannt. Ereignet hat sich dieses am 10. September um 21.07 Uhr. Registriert wurde laut ZAMG nach neuesten Aufzeichnungen auf der nach oben offenen Richter-Skala eine Magnitude von 1,1.

Erdbeben war in Türnitz und St. Aegyd zu spüren

„Zwei Wahrnehmungsberichte sind eingegangen. Demnach wurde das Erdbeben sowohl in Türnitz als auch in St. Aegyd deutlich wahrgenommen. Personen erwachten durch das Beben, erschraken und bemerkten ein Knarren des Dachstuhles“, heißt es seitens der ZAMG auf NÖN-Nachfrage.

Keine Schäden in den Gemeinden

Schäden an Gebäuden sind bei dieser Stärke nicht üblich. Das bestätigt der Türnitzer Bürgermeister Christian Leeb: „Der Gemeinde wurden keinerlei Zerstörungen gemeldet.“ Leeb, der sich am Abend des „Mini-Erdbebens“ in Türnitz aufhielt, bemerkte vom Erdstoß eigenen Angaben zufolge nichts. Zuvor hatten sich die letzten zwei spürbaren Erdbeben im Bezirk vor 15 Jahren ereignet.

Am 11. Februar 2002 war etwa in Wienerbruck eine Erschütterung registriert worden. Einige Anrainer nahmen das Beben wahr, brachten es aber nicht mit einem Erdbeben in Verbindung, sondern glaubten, dass eine Dachlawine abgegangen oder im Haus etwas umgefallen sei.

Magnitude von 2,3 1902 in Wienerbruck

Das stärkste Erdbeben innerhalb der Bezirksgrenzen wurde laut ZAMG 1902 im Raum Annaberg-Wienerbruck mit einer Magnitude von 2,3 beobachtet.

„Generell ist der Bezirk Lilienfeld ein seismisch eher ruhiges Gebiet. Etwas höhere Seismizität ist in den angrenzenden Regionen Mariazell und Schwarzau im Gebirge zu beobachten“, schildern die Experten der ZAMG gegenüber der NÖN.

Bezirk Lilienfeld ein seismisch eher ruhiges Gebiet

Abgesehen von den gefühlten Erderschütterungen wurden seit dem Jahr 1995 insgesamt sechzehn schwache Erdbeben innerhalb der Bezirksgrenzen lokalisiert, die nur instrumentell aufgezeichnet wurden und nicht von der Bevölkerung wahrgenommen werden konnten.