Familienvater (33) rastete aus: Polizisten attackiert. Bezirk Lilienfeld: Familienvater (33) rastete wegen Wegweisung aus und ging auf Beamten los.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 23. Juli 2020 (03:54)
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Wegen Widerstand gegen Staatsgewalt musste sich ein 33-Jähriger vor dem St. Pöltner Landesgericht rechtfertigen.

Nachdem der Familienvater im Zuge eines Streits mit seiner Gattin völlig ausrastete, verständigte diese die Polizei. Diese sprach umgehend dem Mann eine Wegweisung und ein Betretungsverbot aus. Dieser packte daraufhin seine Sachen zusammen und verließ den Raum in Richtung Kinderzimmer. Aus Sicherheitsgründen folgte ihm ein Polizist, und es entstand „eine aufgeheizte Situation“, erklärte einer der eingesetzten Beamten.

Als dieser dann dem Angeklagten den Durchgang verweigern wollte, versuchte der 33-Jährige, trotzdem an ihm vorbei zu kommen. Ab diesem Zeitpunkt gibt es unterschiedliche Ansichtsweisen des Geschehens.

„Wollte dem Polizisten eine Ohrfeige geben“

Laut dem angegriffenen Polizisten schlug der 33-jährige Täter mit beiden Händen auf die Brust des Beamten. Sein Kollege, der als Zeuge geladen war, sah, so dessen Schilderungen, wie sein Kollege nach hinten fiel und sich die Tür aushängte. In Erinnerung hat er noch den verängstigten Gesichtsausdruck der Kinder des Aggressors. Er kam dem Kollegen zur Hilfe und der Familienvater wurde festgenommen. Die Version des Angeklagten klingt jedoch etwas anders. Dieser gibt an, dass der Polizist ihm auf den Brustkorb geschlagen hätte, was der Beamte aber verneint. Der 33-Jährige gibt aber zu, dass er versucht hat, den Beamten zurückzustoßen. Er sei so in Rage gewesen, da er glaubte, man wolle ihn nicht zu seinem kleinen Sohn lassen. „Ich wollte dem Polizisten eine Ohrfeige geben“, erinnert er sich. Allerdings verfehlte seine Hand den Polizisten und traf stattdessen die Tür. Dieser Schlag sei der Grund für die ausgehängte Tür gewesen.

„Wie soll es weiter gehen mit Ihnen? Ich habe das Gefühl, dass sie wieder in alter Muster verfallen“, konfrontierte der Richter den Familienvater, der bereits vor 9,5 Jahren wegen Raub im Gefängnis saß. Nach einer kurzen Beratung über die derzeitige berufliche und private Situation entscheidet der Richter: Der Angeklagte bekommt eine letzte Chance. Nachdem er versprochen hat, an einem Antigewalttraining teilzunehmen, spricht der Richter eine bedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten mit einer Probezeit von drei Jahren aus. Außerdem werden seine vorherigen Probezeiten auf fünf Jahre verlängert und der Mann muss eine Geldstrafe von 720 Euro zahlen. Das Urteil nahm der Angeklagte sofort an.