Geschichte und Kultur beim Museumsfrühling NÖ erleben. Am internationalen Tag der Museen öffnen auch im Bezirk, in Hainfeld und Freiland, zwei Einrichtungen ihre Pforten.

Von Teresa Lobinger. Erstellt am 14. Mai 2019 (03:39)
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Das Feld- und Industriebahnmuseum in Freiland wird Alt und Jung begeistern, weiß Museumsleiter Wolfgang Weishar aus Erfahrung.

Den 18. und 19. Mai sollten sich Geschichts- und Kulturinteressierte notieren: Der Museumsfrühling geht an diesem Wochenende unter dem Motto „Museen — Zukunft lebendiger Tradition“ über die Bühne.

„Erfreulich, dass auch wir unter den 35.000 Museen in 140 Ländern weltweit bei dieser Aktion mitmachen, um auf die Bedeutung und Vielfalt unserer Kulturstätten aufmerksam machen zu können“, freut sich der Kultur- und Tourismusverantwortliche, Stadtrat Norbert Scharaditsch, aus Hainfeld. Hier flanieren die Besucher durch das Hainfeld Museum und das Museum für Bierkrüge, unter einem Dach. „Wir nehmen diese Aktion des Museumsmanagements in Anspruch, unsere Sammlungen einer breiten Öffentlichkeit bei freiem Eintritt präsentieren zu können“, lädt Anita Zehetmayer, Hainfelds Museumsleiterin, ein.

Neben der laufenden Fotoausstellung anlässlich 90 Jahre Stadterhebung wird auch ganztägig der Film „Anschluss-Krieg-Aufbau“ von Margarete Kowall, Traudl Wolfschwenger und Franz Lahner zu sehen sein. In der Ausstellung selbst werden die Besucher von historischen Persönlichkeiten in Puppenform, die zu neuem Leben erweckt worden sind, überrascht.

„In Hainfeld hat Kultur einen hohen Stellenwert“

„In Hainfeld hat Kultur einen hohen Stellenwert“, erklärt Zehetmayer, wurde die Gemeinde doch erst als kulturfreundlichste des Bezirkes Lilienfeld vom Land Niederösterreich ausgezeichnet. Und sie ist stolz darauf, den Bürgern, auch vielen jungen Menschen, die Geschichte Hainfelds mit Museum samt Kulturwanderweg näher bringen zu können. „Wobei uns Bürgerbeteiligung schon im Entstehungsprozess viel bedeutet hat. Je mehr Personen sich engagieren, desto lebendiger kann das Museum als Ort des Selbstverständnisses einer Stadt gelebt werden“, ergänzt Stadtrat Norbert Scharaditsch. Ein Museum also, das nicht nur an Aktionen wie dem Museumsfrühling gerne teilnimmt, sondern „Kulturtreffpunkt“ sein soll, sind sich Zehetmayer und Scharaditsch einig.

Etwas spielerischer, historisch aber nicht weniger bedeutend, geht es in Freiland im Feld- und Industriebahnmuseum weiter: Bei 50 Lokomotiven und 180 Wagen wird Jung und Alt ganz warm ums Herz.

„Wir freuen uns, eine Sammlung an teilweise betriebsfähigen Lokomotiven präsentieren zu können“, schildert Museumsleiter Wolfgang Weishar. Er freue sich auf viele Besucher, die den Museumsfrühling nutzen, um vielleicht auch einmal anderes kennen zu lernen: „Die Feldbahn war seit jeher ein wichtiges Transportmittel für alle möglichen Wirtschaftszweige, die in einer Sonderausstellung veranschaulichte k.u.k. Pferdefeldbahn wurde immerhin bis 1919 im Militärbereich eingesetzt.“

Kulturverantwortlicher und Türnitzer Vizebürgermeister Robert Nagl weiß, dass Freilands Industriebahnmuseum weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt somit immer einen Ausflug wert ist. Für ihn als Obmann des Museumsvereines sei es aber genauso wichtig, „dass die eigene Bevölkerung sieht, welche Schmuckstücke da direkt vor unserer Haustür stehen“.

Der Museumsfrühling als Aktion schaffe sicher ein breiteres Publikum, aber die kontinuierliche Kulturarbeit in den Gemeinden selbst sei von ebenso großer Bedeutung, zieht Wolfgang Weishar Bilanz.

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