Grundstücke und Eigenheime im Bezirk werden beliebter. Grundstücke und Eigenheime im Bezirk werden beliebter. Somit ist auch der Preis in die Höhe geschnellt. Ein gebrauchtes Haus kostet laut Immodex nun um neun Prozent mehr.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 03. Dezember 2017 (05:23)
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„Die Nachfrage an Immobilien und Grundstücken im Bezirk übersteigt im Moment das Angebot“, weiß Markler Peter Moser. Demnach sind auch die Preise gestiegen.

Der Bezirk Lilienfeld wird zum Wohnen immer beliebter. Darauf deuten zumindest die aktuellen Zahlen des ImmoDex 2017 der Internetseite Immobilienscout24 hin. „Die Nachfrage an Liegenschaften und Grundstücken übersteigt im Bezirk momentan das Angebot“, weiß Peter Moser, Inhaber von „Immobilienbewegen“ mit Sitz in Hainfeld. In der traditionell günstigen Region müssen Häuselbauer und Grundstückserwerber deshalb nun auch etwas tiefer in die Taschen greifen.

Für gebrauchte Wohnungen und Häuser muss man, laut Immodex, dem die Erfassung von Angebotsdaten auf Internetportalen zugrunde liegt, in Lilienfeld nun um neun Prozent mehr hinblättern. Während die Topsegmente, darunter Mödling oder Baden, abflachten, zogen die mittleren Preislagen, zu denen Lilienfeld zählt, nach.

„Der Anstieg klingt im ersten Moment sehr dramatisch. Die Ausgangspreise waren aber niedrig, das darf man nicht vergessen.“ Georg Edlauer

Das bestätigt auch Georg Edlauer, Fachverbandsobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich, mit Verweis auf den Immobilienpreisspiegel, der im Mai von der Wirtschaftskammer herausgegeben wurde. Dieser zeigt, dass die Preise für Baugrundstücke im Bezirk in sehr guten Lagen um acht Prozent und in schlechten Lagen um zehn Prozent angestiegen sind. Eigentumswohnungen bieten ein ähnliches Bild. Nur bei Mietwohnungen seien die Preise gleich geblieben bis leicht gesunken.

„Der Anstieg bei Grundstücken und Eigentum klingt im ersten Moment sehr dramatisch“, weiß Edlauer. Er weist aber gleichzeitig auf den sehr tiefen Ausgangspreis hin. „Wenn man bedenkt, dass mäßige Lagen im Bezirk bisher bei 25 Euro pro Quadratmeter lagen, haben wir trotz des Anstiegs noch immer günstige Werte“, sagt Edlauer. Bei einem blau-gelben Durchschnittsgrundstück liegt der Wert, laut Immodex, bei 119 Euro pro Quadratmeter.

Die Nachfrage ist auch nicht überall gleich. „Lilienfeld ist ein heterogener Bezirk“, sagt Edlauer. Auch Moser weiß aus seinem Arbeitsalltag, dass es große Unterschiede gibt. In den Orten nördlich der Stadt Lilienfeld und im Gölsental sei die Nachfrage groß, Immobilien und Grundstücke sind dort gefragt. Schwieriger werde es südlich der Bezirkshauptstadt.

„Nähe zu Wien und St. Pölten ist wichtig“

Als Grund für die erhöhte Nachfrage nennen die Immobilien-Profis die Erweiterung des Wiener Speckgürtels. „Die Leute nehmen es mittlerweile in Kauf von Hainfeld bis nach Wien zu pendeln. Die Preise in der Bundeshauptstadt sind horrend“, erklärt Moser. Das bestätigt Edlauer: „Jeder Punkt, von dem man in einer Stunde in Wien oder in 25 Minuten in St. Pölten ist, ist für Käufer interessant.“