Kinderarzt-Suche bleibt erfolglos. Auch reduzierte Ordinationszeit bringt keine Bewerber, Stelle seit zwei Jahren vakant.

Von Markus Zauner. Erstellt am 20. November 2018 (04:26)
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Die User von NÖN.at waren schon im Oktober skeptisch, doch noch einen Kinderarzt mit Kassenvertrag für den Bezirk zu finden. Seit Mitte der Vorwoche ist es amtlich: Die neuerliche Stellen-Ausschreibung mit reduzierten Mindest-Ordinationszeiten, gefordert waren konkret zehn Stunden an zwei Tagen pro Woche, hat wieder keinen Bewerber für den freien Posten gebracht. Damit ist die einzige Kinderarzt-Kassenvertragsstelle für den Bezirk seit 1. Jänner 2017, also beinahe zwei Jahren, unbesetzt.

Hoffnung auf Lösung

Die Hoffnung, doch noch eine Lösung für Lilienfeld zu finden, werde aber nicht aufgegeben, verspricht Elisabeth Heinz von der NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK). Die vakante Stelle sei von der Ärztekammer noch in der Vorwoche erneut ausgeschrieben worden, abermals mit Mindest-Ordinationszeiten von zehn Stunden an zwei Tagen pro Woche, bestätigt Heinz. Der Arzt oder die Ärztin könne somit jedenfalls auch zu vollen Ordinationszeiten erweitern, heißt es seitens der NÖGKK.

Scharfe Kritik aus der Lokalpolitik

Währenddessen kommt Kritik aus der Lokalpolitik. „Das Ganze ist vermurkst worden“, beanstandet Lilienfelds Bürgermeister Wolfgang Labenbacher. Wäre das Angebot der reduzierten Mindest-Ordinationszeit schon früher unterbreitet worden, hätte die frühere Kinderärztin in Lilienfeld nicht aufgehört, womit dem Bezirk die ganze Misere erspart geblieben wäre. Zu spät gehandelt zu haben, dementiert NÖGKK-Sprecherin Elisabeth Heinz freilich: „Die Kritik ist für uns nicht nachvollziehbar.“ Man habe der Kinderärztin damals mehrere Vorschläge unterbreitet, um sie als Vertragsärztin zu halten. „Leider kündigte sie den Vertrag trotzdem“, betont Heinz.

Immer wiederkehrende Kritik, die Bezahlung der Kinderärzte sei mangelhaft, wird seitens der NÖGKK mit Verweis auf das 2016 geschnürte Strukturpaket zurückgewiesen. Demnach haben NÖGKK und NÖ Ärztekammer im Oktober 2016 ein millionenschweres Strukturpaket geschnürt und den ärztlichen Leistungskatalog erneuert und modernisiert. Ein deutlicher Teil dieser Honorarerhöhungen komme der kinderärztlichen Versorgung zugute, sagt die NÖGKK.

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