Kinderarzt-Suche: Nächste Pleite ist perfekt. Wieder keine Bewerber für die seit über vier Jahren vakante Stelle im Bezirk Lilienfeld. Neuausschreibung läuft bis zum 12. Februar.

Von Markus Zauner. Erstellt am 22. Januar 2021 (03:17)
Die medizinische Versorgung in der Region wird immer dünner.
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Nächstes Kapitel in der unendlichen Geschichte: Die einzige — seit 1. Jänner 2017 vakante — Kinderarzt-Kassenvertragsstelle für den Bezirk Lilienfeld konnte auch in der bis zum 14. Jänner dauernden Ausschreibung nicht besetzt werden. Es habe wieder keine Bewerber gegeben, bestätigt Gudrun Geist von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).

Die nächste Ausschreibungsrunde wurde mittlerweile zu den gleichen Bedingungen wie bisher eröffnet. Die Bewerbungsfrist für den Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde erstreckt sich diesmal bis zum 12. Februar. Die Kinderarztthematik sei freilich kein Sonderproblem des Bezirks, weiß Lilienfelds Vizebürgermeister Manuel Aichberger. Er rechnet vor: „Laut Stellenplan der Fachärzte bestehen mit Stand 1. 7. 2020 in Niederösterreich 43 Planstellen für das Fachgebiet Kinder- und Jugendheilkunde. 14 dieser Planstellen waren zum Jahresende 2020 ausgeschrieben, zwölf davon dabei bereits vakant, selbst in der Landeshauptstadt St. Pölten.“

„Aus meiner Sicht lässt sich daraus die mangelnde Attraktivität dieses Fachgebietes als Wurzel des Übels ableiten.“ Vizebürgermeister Manuel Aichberger, Lilienfeld

Auch wenn diese Feststellung den Betroffenen nicht weiterhelfe, müsse man sich dieser Tatsache einfach bewusst sein. „Aus meiner Sicht lässt sich daraus nämlich die mangelnde Attraktivität dieses Fachgebietes als Wurzel des Übels ableiten“, folgert Aichberger. Der Gesetzgeber beziehungsweise die für den niedergelassenen Vertragsarztbereich zuständige Sozialversicherung sollte den entsprechenden rechtlichen beziehungsweise kassenvertraglichen Rahmen dafür schaffen, um diesen Umstand zeitnah zu ändern und die Attraktivität des Kinderarztberufes zu erhöhen, fordert der Kommunalpolitiker. Aichbergers Conclusio: „Es gibt ganz einfach Herausforderungen, die die Regional- beziehungsweise Lokalpolitik beim besten Willen nicht alleine bewältigen kann. Von uns als Stadtgemeinde Lilienfeld können sich potenzielle Kinderärzte dennoch größtmögliche Unterstützung im Rahmen unserer Möglichkeiten erwarten.“