Traisen

Erstellt am 06. Dezember 2018, 05:00

von Gila Wohlmann

Liebe im Internet als Reinfaller. Neue Freundin im Web ist oft nur ein Fake-Profil. Wer sich zu freizügig gibt, der wird von IT-Betrügern bedroht.

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Von der großen Liebe, davon träumen viele, doch viele werden bitter enttäuscht. Vor allem dann, wenn es sich herausstellt, dass die oder mitunter auch der Bewunderte ja gar nicht existiert, sondern nur eine gefinkelte Erfindung von Betrügern in der virtuellen Welt sozialer Netzwerke ist.

„Die Fälle häufen sich in letzter Zeit“, weiß IT-Bezirksermittler Josef Wagner zu berichten. Geschädigte gibt es in verschiedenen Gemeinden im Bezirk, besonders in Traisen. Kaum zu glauben, aber wahr: Manche fallen sogar mehrmals auf dieselbe Masche der IT-Betrüger, so genannte „Love-Scammer“, herein. „Wenn es um Emotionen geht, sind die Betroffenen oft so verblendet, dass sie gar nicht oder erst zu spät merken, dass die vorgetäuschte große Liebe nur fingiert ist“, gibt der Polizist zu bedenken.

„Wenn es um Emotionen geht, sind die Betroffenen oft so verblendet, dass sie gar nicht oder erst zu spät merken, dass die vorgetäuschte große Liebe nur fingiert ist“

Die Liebschaft beginnt fast immer über eine schier harmlos wirkende Facebook-Anfrage. „Das Gegenüber ist zumeist jung und top aussehend. Es verwickelt den neuen Facebook-Freund in immer intimer werdende Gespräche, bis schließlich die Aufforderung kommt, sexuelle Handlungen an sich selbst durchzuführen. Dann wird gebeten, diese via Videochat der neuen Liebe nicht vorzuenthalten“, erklärt der Polizist die Vorgangsweise der Betrüger. Wer dies macht, der merkt bald, dass die große Liebe nur ein großer Reinfaller war, denn plötzlich gehen via sozialer Netzwerke Erpressungen ein.

„Es wird mit der Veröffentlichung der Bilder gedroht, wenn kein Geld überwiesen wird“, warnt Wagner. Aus Scham über das Geschehene überweisen auch viele, die Forderungen werden in Folge oft mehr und höher. Erst dann wagen viele erst den Schritt zur Exekutive. Die Täter auszuforschen, ist schwer, da diese im Ausland sitzen und kaum rückverfolgt werden können. „Das Geld ist immer unwiederbringlich verloren. Man kann daher nur an die Vernunft und den Hausverstand appellieren“, meint Wagner.