Masseure und Co.: „Es herrscht Aufbruchsstimmung“. Bezirksvertrauensperson Petra Hochreiter über die aktuelle Lage bei den Fußpflegern, Kosmetikern und Masseuren.

Von Markus Zauner. Erstellt am 05. Juni 2021 (05:51)
Zauner

Eine Branche, die in den letzten Monaten besonders schwer von der Corona-Krise gebeutelt wurde, war jene der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure. Die NÖN sprach mit Petra Hochreiter, der zuständigen Bezirksvertrauensperson, über die Lockdown-Wochen und die bisherige Zeit seit der Wieder-Öffnung.

NÖN: Wie ist die Stimmung bei den Fußpflegern, Kosmetikern und Masseuren im Bezirk?

Petra Hochreiter: Sie ist generell gut und wird immer besser, da wieder alle Branchen offen haben. Es herrscht eine gewisse Aufbruchsstimmung. Man kann zufrieden sein.

Wie ist die derzeitige Auslastung?

Hochreiter: Bei Fußpflege und Massage bestens. In den Bereichen Kosmetik, Tattoo, Nageldesign, Visagistik und Permanent Make-up zufriedenstellend. Mehr geht immer.

Wieso diese Unterschiede?

Hochreiter: Vermutlich, weil die Leute teilweise noch auf Dienstleistungen verzichten, die nicht zwingend nötig sind. Zum Masseur geht man gerne, wenn einem etwas wehtut. Den Visagisten fehlt vergleichsweise der Großteil der Make-up-Einnahmen, da bis jetzt Corona-bedingt noch keine großen Hochzeiten erlaubt waren.

Welche Covid-Sicherheitsmaßnahmen gibt es in der Branche?

Hochreiter: Bei uns wurde schon immer mit den höchsten Hygienemaßnahmen gearbeitet. Diese stehen in unserer Branche an oberster Stelle. Dazu sind jetzt die Covid-Maßnahmen gekommen. Die 3 Gs (geimpft, getestet, genesen) werden bei uns genau kontrolliert. Sonst sind das Händewaschen, Desinfizieren und Maskentragen die obersten

Gebote.

Lässt sich beziffern, wie hoch die Lockdown-Einbußen waren?

Hochreiter: In den Bereichen Fußpflege, gewerbliche Massage, Piercen, Tattoo, Nageldesign und Kosmetik, das betrifft 80 Prozent der Mitglieder, gab es 100 Prozent Einbußen. 20 Prozent der Mitglieder sind Heilmasseure und diabetische Fußpfleger: Hier betrug das Minus zwischen 50 und 60 Prozent, da diese beiden Berufe im Lockdown arbeiten durften und unter den Gesundheitsdienst fallen.

Gibt es Branchen-Kollegen, die im Bezirk bereits das Handtuch geworfen haben?

Hochreiter: Zum jetzigen Zeitpunkt niemand. Man weiß aber nicht, was die nächsten Wochen bringen werden. Das Ganze wird evaluiert.

Geht die Überprüfung der Covid-Tests reibungslos über dieBühne?

Hochreiter: Bei der Kollegenschaft und mir hat es von Anfang an gut funktioniert. Im Bezirk Lilienfeld sind alle Kunden sehr diszipliniert – und nach meinen letzten Informationen auch die Kunden, die von anderen Bezirken zu uns kommen. Das Angebot ist ja breit gefächert: Neben Selbst-Tests daheim sind oft auch Tests vor Ort in den Unternehmen möglich. Bezirksweit klappt es mit den Teststraßen sehr gut. In Hainfeld hat es mit der Abholung der Tests für die Betriebe zudem gut funktioniert.