Musikschul-Bilanz: Flexibilität ist Trumpf. Ein Jahr Corona: Mit viel Engagement und Kreativität konnte der Gemeindeverband der Musikschule Lilienfeld die bisherigen Herausforderungen meistern.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 02. April 2021 (03:47)
Zogen im Rahmen der Verbandsversammlung unter strenger Einhaltung der Corona-Sicherheitsbestimmungen erfolgreich Bilanz: geschäftsführender Gemeinderat Lukas Zöchling (Annaberg), Musikschulleiter Rudolf Ringer, Vizebürgermeister Manuel Aichberger (Lilienfeld) mit dem Rechnungsabschluss 2020, Musikschulverbandsobmann und Bürgermeister Wolfgang Labenbacher , Gemeinderätin Maria Steigenberger (Türnitz) und Bürgermeister Alois Kaiser (Eschenau).
privat, privat

Bei den Musikschulpädagogen kennen Kreativität und Einfallsreichtum in Corona-Zeiten keine Grenzen. „Wöchentliches Testen, zeitweiser Online-Unterricht, das Erstellen von Lernvideos, Maskenpflicht, bis zu drei Meter Abstand und regelmäßiges Lüften stellen die Lehrenden oft vor große Belastungen und längere Arbeitszeiten“, bestätigt Rudolf Ringer, der Leiter der Musikschule Lilienfeld.

Die Pädagogen arbeiteten zuletzt im Einzelunterricht in Präsenz, bis auf Blasinstrumente und Gesang war auch Gruppenunterricht mit bis zu sechs Personen erlaubt. Die Gruppenfächer wie Elementares Musizieren und Tanz bedurften einer besonderen Flexibilität aller Beteiligten. „Die Gruppen wurden geteilt und in Tanz abwechselnd mit Zoom gleichzeitig zuhause und in Präsenz unterrichtet“, schildert Ringer.

Zusammenrücken von Lilienfeld bis Kleinzell

Die Infrastruktur in den Verbandsgemeinden Lilienfeld, Annaberg, Eschenau, Kleinzell, und Türnitz sei sehr unterschiedlich. „So profitiert die Musikschule besonders von den 2019 erneuerten Unterrichtsräumen in Lilienfeld, wo manche Musikschullehrer bei Bedarf auch den Fernunterricht in geheizten Räumen und mit schnellem Internet durchführen können“, zieht Ringer nach einem herausfordernden Corona-Jahr Bilanz. Lilienfelds Vizebürgermeister Manuel Aichberger, ressortzuständig für Bau- und Infrastrukturangelegenheiten der Stadt, teilt die Meinung des Musikschulleiters: „Gerade jetzt in Zeiten von Homeschooling und Distance-Learning – auch an den Musikschulen – kommt es auf eine zeitgemäße, adäquate Infrastruktur an. Unsere 2019 getätigten Investitionen in die Modernisierung der Musikschulräumlichkeiten haben sich einmal mehr als goldrichtig erwiesen.“

In Türnitz und Annaberg, wo jüngst ausschließlich in Volksschulklassen unterrichtet wurde, konnte der Musikschulunterricht unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen abgehalten werden. „Voraussetzung dafür ist eine gute Zusammenarbeit und Vertrauensbasis mit den Volksschulleiterinnen und den Gemeinden“, dankt Ringer.

In Eschenau wurde, unter tatkräftiger Unterstützung von Gemeinde und Musikkapelle, in kürzester Zeit der Proberaum der Musikkappelle renoviert und ergänzend für den Musikschulunterricht sowie Elementaren Musikunterricht (EMP) adaptiert, da dieser Unterricht derzeit nicht im Kindergarten stattfinden darf. Ebenso wurde der Musikschulraum in Kleinzell auf die Abstandsregeln im Unterricht angepasst und der Elemtare Musikunterricht in den Hans Richter Saal verlegt. „Bedeutend ist dabei auch eine gute Zusammenarbeit mit den Musikkapellen der Verbandsgemeinden, wo die Musikschule eine wichtige und tragende Rolle spielt“, will Ringer nicht unerwähnt lassen.

„Auch die Vorbereitung und Abhaltung von Prüfungen gibt den SchülerInnen die Möglichkeit, auf neue Ziele hinzuarbeiten und die bisher erworbenen Fähigkeiten zu präsentieren“

In dieser besonderen Zeit sei die Musik eines der wenigen Hobbys, das die Musikschüler nach wie vor alleine zuhause ausüben und so ihren Alltag bereichern können. „Auch die Vorbereitung und Abhaltung von Prüfungen gibt den SchülerInnen die Möglichkeit, auf neue Ziele hinzuarbeiten und die bisher erworbenen Fähigkeiten zu präsentieren“, so Ringer. Vizebürgermeister Manuel Aichberger ergänzt: „Musik kann bekanntlich auch heilsame Wirkung haben und die Gesundheit von Menschen jedes Alters positiv beeinflussen. In diesem Sinne kommt engagierten und aktiven Musikschulen, wie etwa der Lilienfelder Musikschule, nicht zuletzt jetzt während der Pandemie eine besondere, wertvolle Rolle zu, wofür wir als Gesellschaft dankbar sein sollten.“

Sofern es die Corona-Lage erlaubt, sind im Juni Abschlusskonzerte und Klassenabende geplant – wenn notwendig sogar unter freiem Himmel.