Mutproben, die oft tödlich enden: ÖBB warnt in Schulen. Wer sorglos bei Gleisanlagen agiert, bringt sein Leben in Gefahr, warnt die ÖBB bei einer Schulkampagne im Bezirk Lilienfeld.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 18. März 2019 (08:06)
Helmut Cech vom ÖBB-Betriebsmanagement wies auf das Achten von ÖBB-Warnsignalen hin. „Viele Jugendliche sind durchs Smartphone abgelenkt“, weiß er. An der ÖBB-Sicherheitsschulung nahmen neben anderen Maurice Schernhammer, Philipp Stari, Kristina Grgic, Maria Matijevic und Hannah Lampl (von links) teil.
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„Da bei uns täglich viele Schüler mit der Bahn zur Schule kommen, ist das Thema ,Sicherheit auf Bahnanlagen‘ von großer Bedeutung. Jede Information und Aufklärung, um Unfälle zu vermeiden, ist mir persönlich deshalb sehr wichtig“, sagt Martina Klarer, Leiterin der Neuen Mittelschule St. Veit, warum sie das Angebot der ÖBB zu einem Sicherheitsworkshop nutzte.

2012 starb ein Türnitzer in St. Georgen

In den letzten Wochen besuchte Helmut Cech vom ÖBB-Betriebsmanagement Neue Mittelschulen im Bezirk, um auf die Gefahren, die sich rund um Bahnanlagen ergeben, hinzuweisen. „Gerade Jugendliche begeben sich aus Unwissenheit oder aufgrund falsch verstandener Mutproben in Lebensgefahr“, warnt er.

2012 musste ein 15-jähriger Türnitzer in St. Georgen/Steinfelde sein Leben lassen, weil er trotz Rotlicht die Gleise mit dem Moped querte und vom Triebwagen erfasst wurde. Laut Gerüchten soll es sich um eine Mutprobe gehandelt haben, ein Wettrennen mit der Triebwagengarnitur zu machen, um kurz davor die Schienen mit dem Zweirad zu übersetzen. Eindrucksvoll mittels eines Videos wurde den Schülern demonstriert, welche Kräfte auf ein Fahrzeug wirken, wenn dieses mit einer Lok kollidiert.

Cech wies auf die Dummheit hin, wenn man auf abgestellte Waggons klettert: „Dort droht die Gefahr eines 15.000-Volt-Stromschlags.“ Er resümiert: „Wer sich richtig verhält, ist sicher. Wer nicht, begibt sich in Lebensgefahr.“