Digitale Waldbrand-Karte geplant, schnelleres Eingreifen als Ziel

Erstellt am 17. August 2022 | 04:19
Lesezeit: 2 Min
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Rudi Hafellner vom Abschnittsfeuerwehrkommando Pottenstein schulte die Datenpfleger für das neue Projekt.
Foto: FF Kaumberg
Im Waldbrandfall ist strategisches richtiges Vorrücken von höchster Bedeutung. FF Kaumberg ist bei neuem Projekt dabei.
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Waldbrände sind ein brandaktuelles Thema bei der Feuerwehr. Aktuell stehen Feuerwehrleute des Sonderdienst Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung aus Niederösterreich in Bordeaux/ Frankreich im Einsatz. Auch der verheerende Waldrand im Raxgebiet im Vorjahr ist vielen in Erinnerung.

Neben der gezielten Ausbildung und Beschaffung von Ausrüstung ist bei solchen Einsätzen die strategische Einsatzplanung ein wichtiger Part. „Das Terrain ist oft entlegen und nur über Forststraßen und Traktorwege, die oft nur den Grundeigentümern bekannt sind, erreichbar“, weiß der Kaumberger Feuerwehr-Vizekommandant Walter Halbwax.

In Österreich gibt es drei Hotspots für Waldbrände: Tirol, Kärnten und das südöstliche Niederösterreich. Für letzteres wird derzeit in einem Projekt in den Bezirken Neunkirchen, Wiener Neustadt-Land und Baden eine digitale Landkarte für Einsatzorganisationen erstellt.

Die Gemeinde Kaumberg wurde wegen ihrer exponierten Lage im Triestingtal eingeladen, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Gesamt umfasst das kartografierte Projekt 270.000 Hektar, davon 170.000 Hektar Waldfläche. Halbwax ist Projektverantwortlicher für Kaumberg.

„In einem ersten Schritt wurde bereits Kartenmaterial digitalisiert und zusammengeführt. Jetzt werden von den rund 250 beteiligen Feuerwehren in 95 Gemeinden die Daten überprüft. So soll jeder Bach, jede Quelle oder jeder Teich auf ihre Nutzbarkeit im Waldbrandfall und die tausenden Kilometer Forstwege auf ihre Befahrbarkeit mit großen Tanklöschfahrzeugen bis hin zu hochgeländegängigen Spezialfahrzeugen bewertet werden“, erklärt er.

Von anderen Einsatzorganisationen wie vom Bundesheer folgen Infos über Plätze, die für eine Hubschrauberlandung infrage kommen, Bergrettung und Rettungsdienste sowie Exekutive sind ebenfalls beteiligt. Das Projekt soll bis Ende 2023 auf Schiene sein. Start in Kaumberg ist in Kürze. Halbwax hofft auf das Entgegenkommen von Grundbesitzern, da Privatwege befahren werden müssen. „Das Projekt kommt auch ihnen zugute“, meint er.

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